Limburger Prunkbischof fällt auch bei uns in Ungnade

Limburger Prunkbischof fällt in UngnadeSchauplatz Limburg an der Lahn: In Limburg regiert, von Gottes Gnaden eingesetzt, ein Bischof in nahezu himmlicher Umbegung. Geschaffen wurde diese jedoch von Menschenhand. Und ebenso durch solche finanziert. Aus ursprünglich veranschlagten 5 Millionen Euro, wurden am Ende ca 31 Millionen.

Vor einigen Tagen flimmerten über die Fernsehbildschirme Ausschnitte eines Interviews mit Prunkbischof Tebartz-van Elst. Auf die Unsummen angesprochen, welche in den Neubau der Bischofsresidenz geflossen sind, entwich seinen Lippen der Begriff der Nachhaltigkeit. Man hätte an zukünftige Generationen gedacht. Und er wurde stolz in der Kulisse einer Art Atrium gefilmt, welches wahrscheinlich dringend renovierungsbedürfige Anlagen in Vatikanstadt zum erblassen bringen würde.

Religionsbedingte Architektur ist von jeher teils sehr imposant und anschaulich. Und so wollte wahrscheinlich auch Bischof Tebartz-van Elst ein Monument der vergänglichen Unvergänglichkeit setzen. Vor einigen Jahrhunderten wäre dies lediglich eine Nebenschlagzeile des lokalen Dorfschreiers wert gewesen. In Zeiten der globalen Wirtschaftskrise, unserer modernen Gesellschaftsstrukturen, und des frisch gewählten Papstes, wirken solche Investitionen mehr als nur befremdlich.

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Heute wurde bekannt, dass selbst der bischöfliche Vermögensverwalter den Bischof der Lüge bezichtigt. Dieser sei, entgegen getätigter Aussagen, einzig und alleine für die Kostenexplosion verantwortlich. Er bezieht sich dabei auf sehr exklusive Einrichtungsgegenstände. Eine freistehende Badewanne zum Preis von mehreren tausend Euro ist nur ein Beispiel von vielen. Das Wohnzimmer der privaten Wohnung wuchs während der Planungsphase von 23 auf 63 Quadratmeter an.

Armut und Kinderarmut sind auch in Limburg Thema

Warum aber schreiben nun wir – ein  familienlastiges Onlinemagazin –  über ein solches Thema? Man könnte denken, wir springen einfach auf einen Zug auf, weil auch wir uns gemeinsam mit der Republik aufregen wollen. Weil es schick ist, sich über Verschwendung im Allgemeinen auszulassen.

Nein.

Schon vor Jahren gab es auch in Limburg eine rege Diskussion über Armut und Kinderarmut. Daran beteiligten sich die lokale Caritas und die Diözese Limburg. Unter der Schirmherrschaft des Bischofs wurde eine Aufklärungskampagne gestartet. Damals lag dort die Zahl der Kinder in Armut bei ca jedem sechsten Kind. Unter dem „Slogan“ <Sind Kinder ein Armutsrisiko – Wege aus der Kinderarmut> wurden intensive Diskussionsrunden geführt.

Es scheint also – was dieses Thema angeht – auch in Limburg zu brennen.

Auklärung ist in der deutschen Gesellschaft ein wichtiges und teils höchst seltenes Gut. Wir werden zwar tagtäglich von den Medien mit Informationen überflutet – aber oftmals kann man neben der Kernaussage, welche vermittelt werden soll, nichts mehr an weiteren echten Fakten herausfiltern. In einer Gesellschaft wie der unseren ist die Armut von Kindern immernoch etwas sehr abstraktes.
Man sieht sie nicht in Scharen mit dem Klingelbecher auf der Straße stehen, um sich ihr tägliches Brot zu erbetteln. Über Hartz IV wird auch in jeder Eckkneipe diskutiert. Aber dass es auch Unmengen an Kindern betrifft, die allesamt ihre eigenen Träume in der Luft zerplatzen sehen, wird dabei selten bedacht… Aufklärung ist also tatsächlich immernoch ein richtiger erster Schritt.

Wenn Aufklärung funktioniert hat, wird man viele Dinge mit anderen Augen sehen. Man wird dem kleinen Jungen aus der Nachbarschaft mit mehr Offenheit und Respekt begegnen, wenn er wiedereinmal mit zerschlissenen Hosen auf dem Weg zur Schule ist.

Limburger Prunkbischof fällt auch bei uns in Ungnade
Wunderschöne Aussicht auf den Limbuger Dom – Copyright: www.Rudis-Fotoseite.de / pixelio.de

Wo es an Geld fehlt – reichen warme Worte nicht

Kommen wir zurück zu den Bischofsmillionen. Man kann einfach nicht umhin, die immense Summe von 31 Millionen Euro, einmal gegen zu rechnen. Wieviele Kinder, die in Deutschland in Armut leben, könnten wohl über Jahre hinweg ein warmes Mittagessen auf dem Tisch stehen haben? Oder spezielle Förderungen im sozialen und schulischen Bereich bekommen? Wir sind uns sicher, dass es eine enorme Zahl sein muss! 

Projekte, in die diese Summe hätte fließen können, gibt es wie Sand am Meer. Man muss nicht lange suchen, um Menschen zu finden, bei denen es bereits KLICK gemacht hat, und sich unendgeltlich sozial engagieren. Zwei dieser Projekte möchten wir hier exemplarisch für euch und für den Bischof verlinken:

 Die Arche (Christliches Kinder- und Jugendwerk e.V)

SOS Kinderdörfer Deutschland

Bischof in Gottes Gnaden

Ein Bischof wird laut kirchlicher Spielregeln in Gottes Gnaden ins Amt befohlen. Er muss einzig und alleine dem Papst Rechenschaft ablegen. Seit Wochen – oder eigentlich Monaten – werden die Stimmen, die Bischof Tebartz-van Elst zum Rücktritt auffordern immer lauter.

Das Problem an diesem Umstand ist, dass in der katholischen Kirche dieser Fall nicht vorgesehen ist. Wer von Gott ins Amt erhoben wurde, kann von Menschenhand nicht entthront werden. Es gibt allenfalls eine Art Schlupfloch, durch das man sich zwengen kann, sollte man freiwillig sein Amt zur Verfügung stellen. In jedem Falle muss dies vom aktuellen Papst genehmigt werden. Nur dann darf man freiwillig seinen Platz räumen. Vorgesehen ist dies für Bischöfe im Alter von über 75 Jahren. Ihnen ist auferlegt, ihr Amt zur Nachfolge anzubieten. Segnet der Papst das ab, dürfen sie freiwillig gehen. Sind dazu aber nicht verpflichtet.

Nun ist T-van Elst von diesem hohen Alter noch weit entfernt. Und diese Option ist für ihn eigentlich kein Thema. Also werden die Stimmen Richtung Vatikanstadt – bzw Papst Franziskus – lauter, dass er sich doch bitte für solche Fälle etwas einfallen lassen möge.

Wie diese unendliche Geschichte enden mag, weiss bisher tatsächlich nur der liebe Gott. 

Zukunftspläne auf Gottes Wegen?

Unser Vorschlag zum Guten an den Bischof von Limburg ist, er möge schnellstmöglich einen Weg finden, sein Amt zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus mag er ein Leben in demütiger Dankbarkeit führen, und sich den Ärmsten in unserem Land widmen. Wenn der scheinbar aktuell eingeschlagene Weg des Papstes Franziskus weiterverfolgt wird, wird Tebartz-van Elst jede Möglichkeit haben, eine weitere Summe in Höhe von 31 Millionen Euro, den wehrlostesten und bedürftigsten Kindern in unserem Land zukommen zu lassen.

Es wäre ein wahrer Grund zur Freude !

Titelbild Copyright: Thomas Buttler  / pixelio.de
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