Berlin (AFP) – Grundschüler haben nach Einschätzung ihrer Lehrer viel häufiger Gesundheitsprobleme als vor zehn Jahren. Das ergab eine repräsentative Befragung von 500 Pädagogen im Auftrag der Krankenkasse DAK, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Demnach stellten 70 Prozent der Lehrer fest, dass Schüler häufiger mit motorischen Defiziten, Konzentrationsproblemen, Verhaltensauffälligkeiten und psychosomatischen Beschwerden zu tun haben.

Im Einzelnen waren nach Angaben der DAK 50 Prozent der Lehrer der Meinung, dass die Zahl der Kinder mit Konzentrationsproblemen in den vergangenen zehn Jahren zunahmen. 45 Prozent sehen eine stark gestiegene Zahl von Verhaltensauffälligkeiten, 36 Prozent mehr motorische Defizite und 27 Prozent mehr psychosomatische Beschwerden. Der Studie zufolge nahm außerdem die Stressbelastung der Grundschüler in den vergangenen Jahren stark zu.

Nach Einschätzung der Lehrer sind die mediale Reizüberflutung durch Fernsehen, Computer und ähnliche Geräte sowie elterlicher Erwartungsdruck die dominierenden beiden Gründe. Die Pädagogen machen sich auch Sorgen um ihre eigene Gesundheit. Jeder vierte fürchtet, vorzeitig aus körperlichen oder psychischen Gründen aus dem Beruf ausscheiden zu müssen.

Als besonders belastend nannten 64 Prozent der Pädagogen dabei den Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern und 61 Prozent Lärm. DAK-Vorstandschef Herbert Rebscher wertete die Ergebnisse der vom Forsa-Institut erstellten Studie als Appell. „Unsere Studie zeigt, dass Gesundheitsförderung in der Schule dringend nötig ist.“ Die DAK startete am Dienstag eine entsprechende Initiative, die in den kommenden Jahren 200.000 Schüler erreichen soll.

bro/cfm

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