Hannover (AFP) – Der Deutsche Kinderschutzbund hat sich empört über den Vorstoß geäußert, zu einem Stichtag alle Corona-Eindämmungsmaßnahmen zu beenden.

„Die Debatte um das Fallenlassen aller Maßnahmen ignoriert völlig die Belange der Bevölkerungsgruppen, die sich nicht impfen lassen können, und das sind insbesondere alle Kinder unter zwölf Jahren“, sagte der Bundesgeschäftsführer der Organisation, Daniel Grein, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

„Die Anliegen von Kindern fanden in der Pandemie ohnehin zu wenig Gehör“, beklagte Grein. Die aktuelle Debatte reihe sich in diese Erfahrung ein. Die Langzeitfolgen einer Covid-Erkrankung seien gerade auch bei Kindern noch nicht ausreichend klar. „Deshalb ist es zynisch, die Kinder jetzt diesem Risiko unkontrolliert aussetzen zu wollen.“

In den vergangenen eineinhalb Jahren hätten Kinder bereits stark zurückstecken müssen, um andere Teile der Gesellschaft zu schützen, betonte Grein. Es werde Zeit, dass ihre Bedürfnisse und ihre Rechte stärker in den Fokus gerückt würden und nicht auf ihrem Rücken die vermeintlich wiedergewonnene Freiheit Erwachsener gefeiert werde. 

Die jüngste Debatte über einen sogenannten Freedom Day hatte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, angestoßen. Er forderte eine Aufhebung sämtlicher Corona-Eindämmungsmaßnahmen zum 30. Oktober. Andere Vertreter der Ärzteschaft und viele Politikerinnen und Politiker reagierten mit Ablehnung.


cne/ck

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AFP

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