Düsseldorf (AFP) – Der Deutsche Kinderschutzbund warnt vor einem deutlichen Anstieg der Zahl in Armut lebender Kinder in Deutschland. Bis zum Jahr 2030 würden „mindestens“ vier Millionen Kinder im Land als arm gelten, sagte Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe). Grund dafür seien vor allem steigende Sozialabgaben und nicht an die Inflation angepasste Steuertarife, die die Kinderarmut trotz guter Wirtschaftsdaten steigen ließen.

Familien mit vielen Kindern und Alleinerziehenden stehe aufgrund der hohen Abgaben immer weniger Einkommen zur Verfügung, sagte Hilgers weiter. Folglich seien diese Gruppen immer stärker auf staatliche Zuschüsse zu ihrem Arbeitseinkommen angewiesen. Zu der ohnehin hohen Zahl in Armut lebender einheimischer Kinder könnten in den kommenden 14 Jahren zudem womöglich bis zu 500.000 Flüchtlingskinder hinzukommen, prognostizierte der Chef des Kinderschutzbundes.

Norbert Müller, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der Linkspartei-Bundestagsfraktion, sah in den Berechnungen des Kinderschutzbundes ein Alarmsignal, das die Politik „endlich aufschrecken“ müsse. Es sei nicht hinnehmbar, dass Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sich hinter einem Haushaltsüberschuss von mehr als 19 Milliarden Euro „versteckt“, sagte Müller weiter. Die Koalition müsse sich sozialen Brennpunkten zuwenden und das „Horrorszenario“ steigender Kinderarmut verhindern.

bw/pw

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