Sparschwein - KindergeldMünchen (AFP) – Eltern haben auch dann Anspruch auf Kindergeld, wenn ihre Kinder für mehrere Jahren außerhalb der EU studieren. Voraussetzung ist, dass das Kind einen Wohnsitz im Haushalt der Eltern behält und seine studienfreie Zeit auch größtenteils dort verbringt, wie der Bundesfinanzhof (BFH) in einem am Mittwoch in München verkündeten Urteil entschied. (Az. III R 38/149)

 

Im Ausgangsfall hatte der Sohn eines Deutschen mit chinesischer Herkunft zwei Jahre lang in China studiert und dort in einem Studentenwohnheim gewohnt.

Er kam in den Semesterferien für jeweils sechs Wochen nach Deutschland und wohnte dann in seinem Kinderzimmer in der elterlichen Wohnung. Die Familienkasse stellte die Kindergeldzahlungen mit der Begründung ein, der Sohn habe seinen Wohnsitz nach China verlegt.

Dem widersprach nun der BFH: Voraussetzung eines Kindergeldanspruchs sei, dass das Kind einen Wohnsitz im Inland, der EU oder im Europäischen Wirtschaftsraum hat. Der Kindergeldanspruch erlösche auch nicht bei Auslandsaufenthalten, die kürzer als ein Jahr seien. Im Ausgangsfall sei zudem bedeutsam, dass der Student „mindestens die Hälfte seiner ausbildungsfreien Zeit in Deutschland verbrachte“ und seine persönlichen Bindungen einen stärkeren Bezug zum Inland als zum Studienort aufwiesen. „Unerheblich“ sei dagegen, ob Vater oder Sohn „über ausländische Wurzeln verfügten“.

jo/cne

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AFP

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