Justizministerin Lambrecht lehnt Strafmündigkeit für Kinder ab zwölf Jahre ab

SPD-Politikerin: "Empörung allein ist kein guter Ratgeber"

Junges Kind in Handschellen
Bild: © sabdiz / Adobe Stock

Augsburg (AFP) – Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Mülheim an der Ruhr Forderungen nach einer Absenkung des Alters für die Strafmündigkeit bei Kindern zurückgewiesen.

Lambrecht sagte der „Augsburger Allgemeinen“ (Mittwochsausgabe), sie habe „mit großem Entsetzen die Berichte über eine Gruppenvergewaltigung in Mülheim gelesen, an der auch Kinder beteiligt gewesen sein sollen“. Empörung allein sei aber „kein guter Ratgeber“.

„Strafrechtliche Verantwortung setzt einen bestimmten Entwicklungsstand voraus, der bei Kindern unter 14 Jahren regelmäßig nicht gegeben ist“, sagte die Justizministerin. Außerdem hätten Jugendämter und Familiengerichte bereits die Möglichkeit, der Gewalt von Kindern in entsprechenden Fällen zu begegnen.

„Der Staat hat die Mittel in der Hand, um auch auf Straftaten von Kindern konsequent und angemessen reagieren zu können“, sagte die Ministerin. „Als äußerste Mittel sind dabei auch die Entziehung des Sorgerechts oder die Unterbringung in einem Heim oder in einer Pflegefamilie möglich.“ Ziel müsse sein, dass sich die Kinder in die Gesellschaft integrieren und keine Straftaten mehr begehen, betonte Lambrecht.

Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: Eine Gruppe von 14- und Zwölfjährigen soll vergangene Woche in Mülheim an der Ruhr eine junge Frau vergewaltigt haben. In Deutschland können Täter erst mit der Vollendung des 14. Lebensjahres für Straftaten zur Verantwortung gezogen werden.


fs/

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