Rom - Blick auf den Vatikan
Bild: © Beboy / Adobe Stock

Berlin (AFP) – Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) sieht die Einführung der internen Meldepflicht für Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche skeptisch.

Missbrauch ist keine interne Angelegenheit der Kirche

„Sexueller Missbrauch von Kindern ist von Strafgerichten zu beurteilen“, erklärte Barley am Donnerstag in Berlin. „Die schrecklichen Missbrauchstaten sind keine interne Angelegenheit der katholischen Kirche.“

Barley forderte die Kirche auf, „jede Straftat“ anzuzeigen, damit Staatsanwaltschaften ermitteln könnten. Bei jedem Hinweis auf sexuellen Missbrauch müsse „unmittelbar“ Strafanzeige gestellt werden. Andernfalls blieben die „Mauern des Schweigens“ erhalten, die den Missbrauch so lange verdeckt und verschleiert hätten. Das jahrzehntelange „Verleugnen und Vertuschen“ habe die alten Hierarchien erhalten.

Die SPD-Ministerin hob hervor, „nur die umfassende Aufklärung aller noch nicht verjährten Taten“ durch Staatsanwaltschaften und Gerichte könne das ändern. „Unsere Strafprozessordnung kennt keine Geheimarchive.“

Papst Franziskus hatte zuvor eine Meldepflicht für Geistliche erlassen, die nun jeden Verdachtsfall und versuchte Vertuschung eines sexuellen Missbrauchs der Kirche melden müssen. Alle Diözesen weltweit müssen zudem bis Juni 2020 ein öffentlich leicht zugängliches Meldesystem für Anzeigen einrichten.

jpf/mid


 

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