Wiesbaden (AFP) – Jugendämter haben im vergangenen Jahr häufiger Kindeswohlgefährdungen festgestellt. In 18.600 Fällen sahen die Behörden eine akute Gefährdung und in weiteren 22.400 Fällen eine latente Gefährdung, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Dies bedeutete demnach einen Anstieg im Vergleich zum Jahr 2013 um 8,2 Prozent und 4,7 Prozent. Die Jugendämter prüften auch insgesamt öfter, ob ein Kind gefährdet ist.

Die Behörden nahmen den Angaben zufolge im Jahr 2014 rund 124.000 Gefährdungseinschätzungen vor und damit 7,4 Prozent mehr als im Vorjahr. In 41.500 Fällen kamen sie demnach zu dem Ergebnis, dass zwar keine Kindeswohlgefährdung vorliegt, aber weitere Hilfe oder Unterstützung notwendig ist. Die Zahl dieser Fälle stieg damit deutlich um 9,8 Prozent. In fast ebenso vielen Fällen (41.600) wurde weder eine Kindeswohlgefährdung noch weiterer Hilfsbedarf festgestellt. Dies bedeutete einen Anstieg um 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Knapp zwei Drittel (63,6 Prozent) der Kinder, bei denen eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung vorlag, wiesen den Angaben zufolge Anzeichen von Vernachlässigung auf. In gut einem Viertel (27,2 Prozent) der Fälle wurden Anzeichen für psychische Misshandlung festgestellt. Knapp ein Viertel der Kinder (23,6 Prozent) wiesen  Anzeichen für körperliche Misshandlung auf.

  • Anzeichen für sexuelle Gewalt wurden in 4,6 Prozent der Fälle festgestellt.
  • Mehrfachnennungen waren möglich.

Auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung machten bei einem Fünftel der Verfahren (20,4 Prozent) Polizei, Gericht oder Staatsanwaltschaft das Jugendamt aufmerksam. Bei 13,1 Prozent der Verfahren gingen Jugendämter Hinweisen durch Bekannte oder Nachbarn nach, bei 12,5 Prozent der Fälle kamen die Hinweise von Schulen oder Kindertageseinrichtungen. Gut jeden zehnten Hinweis (11,5 Prozent) erhielten die Jugendämter anonym.

cax/ul

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AFP

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