Hausfrau altes Rollenbild
Bild: © Pixel-Shot / Adobe Stock

Berlin (AFP) – Der Deutsche Frauenrat hat vor Rückschritten in der Gleichstellungspolitik durch die Corona-Krise gewarnt. Die Krise lege bestehende Defizite offen und sei „besorgniserregend für die gleichstellungspolitische Entwicklung in Deutschland“, hieß es am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung von 17 Frauenverbänden. Die Krise werde dabei auch als Vorwand genutzt, um Vorhaben zugunsten von mehr Teilhabe von Frauen zu verzögern und womöglich nicht mehr in dieser Legislaturperiode abzuschließen.

Die 17 Frauenverbände hatten vor der Bundestagswahl 2017 gemeinsam die Forderung nach gleichberechtigte Teilhabe, gleicher Bezahlung von Frauen und Männern sowie nach mehr Verbindlichkeit und Transparenz in der Gleichstellungspolitik erhoben. Sie pochen nun insbesondere auf die im Koalitionsvertrag vereinbarte Verschärfung und Ausweitung des Gesetzes für mehr Frauen in Führungspositionen. Dieses Vorhaben stößt auf Widerstand vor allem von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), der mit möglichen Mehrbelastungen für Unternehmen argumentiert.

Einen „familienpolitischen Rückfall in die 1950er Jahre“, kritisierte Grünen-Parteichefin Annalena Baerbock in der Corona-Krise. „Die unausgesprochene Erwartung beim Schließen von Schulen und Kitas war offenbar: Die Mütter bleiben zuhause, kümmern sich um die Kinder und kochen noch schön, hat doch früher auch so funktioniert“, sagte sie dem Portal „LinkedIn“.

Baerbock forderte in der Corona-Krise mehr Rücksicht auf die Interessen und Probleme der Familien mit Kindern. „Eltern können einfach nicht die nächsten Monate weiterhin parallel Kinder betreuen und volle Leistung aus dem Homeoffice bringen“, sagte die Grünen-Chefin. Ziel müsse sein, dass jedes Kind in Deutschland in den nächsten Wochen zumindest zeitweise betreut werde. Dies müsse mit mindestens der gleichen Vehemenz angegangen werden wie die Wiederöffnung der Bundesliga.


bk/cne

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