Frau zu Mann: Transsexueller will für Kind Vater statt Mutter sein Betroffener zieht nach Rückschlägen vor Bundesverfassungsgericht

Transsexuell - von Mutter zu Vater
Kann man rechtlich von der Mutter zum Vater werden? (Bild: © nito / Fotolia)

Berlin (AFP) – Ein Frau-zu-Mann-Transsexueller wehrt sich mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht dagegen, für sein Kind rechtlich als Mutter zu gelten. Mit der Verfassungsbeschwerde sollten Kinder mit transgeschlechtlichen Eltern in allen Lebensbereichen wie Kindergarten, Schule und Freizeit vor Diskriminierung geschützt werden, teilte die Bundesvereinigung Trans am Mittwoch in Berlin mit.

Im Ausgangsverfahren hatte der Bundesgerichtshof (BGH) im September entschieden, dass ein Frau-zu-Mann-Transsexueller auch dann rechtlich als Mutter eines von ihm selbst geborenen Kinds gilt, wenn es nach der rechtlichen Anerkennung des Transsexuellen als Mann zur Welt kommt.

[blockquote align=“none“ author=““]Dem BGH zufolge bezieht sich die Anerkennung eines Frau-zu-Mann-Transsexuellen als Mann auf das Verhältnis zum Staat.[/blockquote]

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Laut Transsexuellengesetz bleibe davon „das Rechtsverhältnis zwischen ihm und seinen Kindern allerdings unberührt“. Dies gelte auch für Kinder, „die erst nach der Entscheidung über die Änderung der elterlichen Geschlechtszugehörigkeit geboren worden sind“.

Der BGH hatte zudem entschieden, dass für die Eintragung in das Geburtenregister die früheren weiblichen Vornamen der Mutter zu verwenden seien. Dies erlaube dem Kind später einen Nachweis seiner Herkunft, ohne die Transsexualität eines Elternteils offenlegen zu müssen.

Nach Ansicht der Bundesvereinigung Trans diskriminiert dieses Urteil Kinder in solchen Fällen gleichwohl, weil in ihre Geburtsurkunden ein Mensch mit weiblichem Vornamen als „Mutter“ eingetragen wird, die rechtlich nicht mehr existiert.

[blockquote align=“none“ author=““]Das damit verbundene ständige Outing habe Irritationen bis hin zu rechtlichen Problemen zur Folge, etwa beim Reisen oder Abholen des Kinds in der Kita. Im Sinn des Kindeswohls müssten deshalb Frau-zu-Trans-Männer, die ein Kind geboren haben, rechtlich als Väter anerkannt und mit ihren männlichen Vornamen registriert werden.[/blockquote]

jo/cfm


 

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