Sprachförderung in der Vorschule
Bild: © Monkey Business / Adobe Stock

Berlin (AFP) – Linken-Parteichef Bernd Riexinger hat die Forderung von Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann (CDU) zurückgewiesen, Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen notfalls später einzuschulen. „Wenn es Herrn Linnemann um das Niveau an den öffentlichen Grundschulen ginge, hätte er längst eine Initiative für kleinere Klassen und mehr Lehrkräfte anstoßen können“, sagte Riexinger der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag. Wäre Linnemann „ernsthaft besorgt“ über Grundschulkinder mit mangelnden Deutschkenntnissen, „würde er entsprechende Förderprogramme fordern, statt deren Schulpflicht in Frage zu stellen“.

Der Linkspolitiker warf Linnemann zudem vor, das Thema mit Meldungen über Gewalttaten von Erwachsenen zu vermengen. Das zeige, „dass er in Wirklichkeit nur auf der rechten Empörungswelle mitsurfen will“.

FDP fordert explizite Sprachförderung bereits im Kindergarten

Für die FDP erklärte Parteivize Katja Suding, es gebe in Deutschland „nicht nur die Schulplicht, sondern auch ein Recht auf Bildung“. Das dürfe nicht denjenigen vorenthalten werden, „die Förderung am meisten brauchen“, sagte Suding AFP.

Wenn Kinder mit Migrationshintergrund bei der Einschulung kein Deutsch könnten, müssten die Landesregierungen noch stärkere Anstrengungen unternehmen, damit diese Kinder Kitas besuchten. „Kitas müssen außerdem noch besser gefördert, ausgestattet und bei der Gewinnung von Fachkräften unterstützt werden, sodass die Erzieher individuell auf Sprachdefizite bei den Kindern eingehen können“, forderte die FDP-Politikerin.

AfD gegen Schule ohne deutsche Sprachkenntnisse

AfD-Chef Jörg Meuthen stellte fest: „Wenn Kinder die deutsche Sprache nicht beherrschen, dann können sie dem Unterricht nicht folgen.“ Wenn Kinder mit Migrationshintergrund eine Bleibeperspektive in Deutschland hätten, müssten sie noch vor der Einschulung Deutsch lernen, forderte Meuthen gegenüber AFP. Dies sage die AfD „seit Jahren“. Die CDU und Linnemann hingen mit ihrer Forderung in der Diskussion „weit hinterher“.

Linnemann hatte der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ von Dienstag gesagt: „Um es auf den Punkt zu bringen: Ein Kind, das kaum Deutsch spricht und versteht, hat auf einer Grundschule noch nichts zu suchen.“ In solchen Fällen müsse es eine Vorschulpflicht geben, notfalls müsse die Einschulung zurückgestellt werden.


jpf/bk

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