Eklat bei Fußballspiel zwischen Essen und Aachen – Kinder verletzt

Bei einem Fußballspiel zwischen Rot-Weiss-Essen und der Alemannia Aachen, ist es vergangene Woche zu einem vollkommen unnötigen Eklat gekommen. Bei einem Polizeieinsatz (unter anderem mit Pfefferspray) wurden Männer, Frauen und Kinder verletzt.

Die Informationen sind noch recht spärlich und ungeordnet. Auf Facebook wird sich allerdings schon gewaltig Luft gemacht. Aachener Fans berichten von unfassbaren Zuständen, welche sich zu erhärten scheinen.

Der Ursprung der Unruhen lag nach aktuellen Informationen entweder am Fehlmanagement während des Kartenvorverkaufs, oder an möglicher Willkür beim Einlass ins Stadion. Ca. 500 Aachener Fans mussten während des Spiels vor dem Stadion verharren, weil der den Karten zugehörige Block scheinbar belegt war. Diejenigen, die es mit Karte noch in das Stadion geschafft hatten, berichteten von verriegelten Fluchtwegen. An der einen oder anderen Stelle sogar mit Kabelbindern, wie das eingesendete Foto zu beweisen scheint.

Fakt ist leider auch, dass Aachener Ultrafans schon im Zug auf der Hinfahrt und am Bahnhof in Essen, mit bengalischen Lichtern und Feuerwerksböllern provoziert haben. Von anderen Aachener Fans wurde berichtet, dass das schon im Zug losging. Und Mann und Maus um Kleidung und Gesichter bangen mussten. Insgesamt gab es also genügend Zündstoff für Ultras und Polizei.

Die örtlichen Einsatzkräfte waren bereits bei Ankunft der auswärtigen Fans am Bahnhof eingesetzt. Von dort, als auch vom zweiten Schauplatz am Stadion, wird von Schlagstock und Pfefferspray gesprochen.

Kommentare und Postings von Facebook

  • Angelika J.: „Ich bin mit dem Zug angereist. Man verweigerte allen Zugreisenden den Eintritt ins Stadion. Beim Versuch ins Stadion zu kommen, wurde von hinten gedrängelt und die Vornestehenden (ich stand ganz vorne) wurden von der Polizei mit Gewalt nach hinten gedrückt. Ich wurde mit einem Schlagstock in den Magen nach hinten gedrückt, meiner Nachbarin packte der gleiche Polizist am Hals, schlug sie und drängte sie zurück. Auf Protesten gingen sie nicht ein und drückten und schlugen weiter.Das Problem war aber, dass wir nicht zurück konnten, weil weiterhin von hinten gedrückt wurde. Wir wurden immer wieder von den Polizisten bedrängt und zurückgeschlagen. Ein anderer Polizist drückt mit seinem Arm gegen meinen Busen. Als ich ihm sagte, dass er seine Hände wegnehmen sollte, würde ich nur belächelt und man erklärte mir, dass sie dazu das Recht hätten. Ich hoffe, dass die Polizei zur Rechenschaft gezogen wird.“.
  • Matara M.: „Teilweise war es echt schrecklich… In Essen am Hbf war es eigentlich am schlimmsten… Ohne ersichtlichen Grund wurden wir eingekesselt und bestimmt eine Stunde lang da „festgehalten“… Die Leute die Pfefferspray abbekommen haben, durften den Bereich nicht mal verlassen um sie den Scheiß abwaschen zu können… Mit dem Zeug in den Augen mussten sie da stehen bleiben und warten bis es endlich mal voran ging… Und einige sahen richtig schlimm aus..“.
  • Thorsten S.: „Unterlassene Hilfeleistung von Polizeiseite. Menschen und Kinder die Pfefferspray in die Augen bekamen, wurde nicht geholfen. Die Geschädigten wurden von Polizist zu Polizist geschickt, sei es um Wasser zu bekommen für die Augen, was mit dem Satz „Trinke ich selber“ abgetan wurde oder mit einem Satz wie „Wir haben keine Ausbildung in Erste Hilfe“. Die Krönung war der Satz der Polizei nach dem Einsatz mit Pfefferspray „So jetzt Schluß mit lustig, weiter gehts“! Wie Vieh wurde man behandelt und kam sich vor wie ein Schwerverbrecher. Leute mit Platzangst waren zusätzlich in großer Gefahr, 13jährige Kinder mit Asthma wurden ins Gesicht getroffen und bekamen keine Luft mehr. Aber geholfen haben nur die ach so bösen Fans. Ein 15jähriger wurde vor dem Stadion brutal auf den Boden gedrückt. Die Geschichte würde unendlich weitererzählt werden können!“.

Wollen wir das unseren Kinder antun?

Die Botschaften von offizieller Seite scheinen klar, wenn auch nicht ausgesprochen:

  • Wir sind mit der allgemeinen Situation überfordert.
  • Wir können Gut von Böse nicht Unterscheiden.
  • Wir können NICHT für die Sicherheit von Kindern und Minderjährigen garantieren!

Diese Aussagen könnten von beliebigen Vereinen, Fanclubs, Behörden (einschließlich der Polizei) stammen. Nur bis jetzt spricht es keiner aus. Keiner traut sich zuzugeben, dass diese fiktiven Sätze der Wahrheit sehr nahe kommen. Und das hat einen sehr tiefen und erschütternden Grund… Würde es von offizieller Seite ausgesprochen, ohne einen handfesten Plan mit Aussicht auf Erfolg, gäbe es einen Sturm der Entrüstung, wie Fußballdeutschland ihn selten gesehen hat. Es hiesse nämlich nichts anderes, als dass der Fußball endgültig am Ende wäre!

Mutige These?

Vielleicht. Aber wo ständen wir denn, wenn es sich bewahrheitet, dass man eigentlich seine Kinder wirklich nicht mehr mit in Stadien nehmen könnte? Wo ständen rechtlich Väter, Großväter und Onkel, wenn sie wider besseren Wissens die Gesundheit (körperlich und seelisch) unserer Kinder in Gefahr bringen?

Wenn Behörden, Vereine und Fanclubs jegliche Verantwortung meiden, sogar vor den Umständen ducken und einknicken? Ich bin der Meinung, dass wir längst dort angekommen sind, wenn Schlagstöcke und Pfeffersprays als „deeskalierende Instrumente“ missbraucht werden.

Kinder gehören nicht in solch eine Umgebung. Und es ist von Seiten der Polizei ein völlig falsches Signal der Schwäche, wenn sie sich mit solchen Mitteln vor Eltern samt Kinder stellen.

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4 KOMMENTARE

  1. Wenn es mal einen zusammenhalt geben würde in Deutschland…..Sollten an einem Spieltag mal Alle Fans zuhause bleiben.Solidarität und Protest zugleich!Dann sollen die mal alle vor Leeren Rängen spielen müssen!
    Dann müsst ihr mal sehen wie die auf einmal was tun können…..weil wir das zahlende Publikum erst dafür sorgen das die Vereine Intressant sind!Ohne uns Zuschauer
    würden die auf irgend nen Hinterhof mit der Dose rumkicken!!

    • Gut gebrüllt! 😉
      Was wir so erschreckend finden, ist, dass von offizieller Seite Einzelschicksale stumm geschwiegen werden. Wenn ICH mit meinem Kind auf solch einer Veranstaltung gewesen wäre, und mein Kleiner (auch nur unbeabsichtigt) in die „Schusslinie“ der Polizei, oder wem auch immer, geraten wäre, hätte es eine dicke Anzeige gegeben.

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