Wiesbaden (AFP) – Die Deutschen haben im vergangenen Jahr wieder mehr Kinder bekommen. Die sogenannte Geburtenziffer, also die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau, stieg auf 1,47 und erreichte damit den bislang höchsten Stand im vereinigten Deutschland, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Der Wert legte demnach zum dritten Mal in Folge zu. 2013 hatte er bei knapp 1,42 gelegen. Pro 1000 Frauen kamen den Statistikern zufolge im vergangenen Jahr 56 Babys mehr zur Welt als 2013.

Den Angaben zufolge stieg die Geburtenziffer sowohl bei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit als auch bei Ausländerinnen. Die Entwicklung betraf zudem sämtliche Bundesländer, wobei in den östlichen Ländern die Geburtenziffer mit 1,54 höher ausfiel als im Westen mit 1,47. Die meisten Kinder pro Frau wurden in Sachsen geboren (1,57), die wenigsten im Saarland (1,35).

Besonders deutlich legte die Geburtenziffer bei Frauen zu,die im vergangenen Jahr zwischen 29 und 36 Jahren alt waren, wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte. Die Jahrgänge 1976 bis 1985 hatten demnach in den vorangegangenen Jahren statistisch gesehen deutlich weniger Kinder geboren.

„Ihre aufgeschobenen Kinderwünsche realisieren sie nun verstärkt im höheren gebärfähigen Alter“, erläuterten die Statistiker.

Dazu passt, dass Frauen in Deutschland immer älter sind, wenn sie ein Kind bekommen. Beim ersten Kind waren sie im vergangenen Jahr im Schnitt 29,5 Jahre alt; das waren gut zwei Monate mehr als 2013. Beim zweiten Kind waren die Mütter durchschnittlich rund 32 Jahre alt und somit einen Monat älter als die entsprechende Gruppe im Vorjahr. Nur geringfügig stieg das Alter beim dritten Kind, und zwar auf gut 33 Jahre.

Die Geburtenziffer gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn ihr Fortpflanzungsverhalten so wäre wie das aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren in einem bestimmten Jahr. Die Statistiker sammeln auch Daten darüber, wie viele Kinder Frauen eines Jahrgangs tatsächlich im Laufe ihres Lebens zur Welt bringen. Dabei nehmen sie als Ende des gebärfähigen Alters 49 Jahre an. Der Jahrgang 1965, der im vergangenen Jahr 49 Jahre alt wurde, brachte den Angaben zufolge im Durchschnitt 1,55 Kinder zu Welt.

cne/jdö

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AFP

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