St. Martin
Bild: Dieter Schütz  / pixelio.de
Frankreich Amiens (im Jahre 334): Es herrscht Krieg im beschaulichen Frankreich. Und über all diesem Leid thront unerbittlich ein grausiger Winter. Nicht nur die Bettler und Hausierer leiden Hunger. Aber einer dieser armen Leute zieht an diesem Wintertag das große Los. Als ein berittener Soldat durch das Stadttor reiten will, traut sich vom Straßenrand ein Bettler hervor, und spricht ihn um eine Spende an…

Die Geschichte des Sankt Martin

Dieser Soldat ist uns heute unter dem Namen St. Martin bekannt. Damals teilte er mit seinem Schwert seinen wärmenden Umhang und legte ihn dem Bettler um, damit er nicht weiter frieren müsse.

Noch heute, am Martinstag – dem 11.November, ehrt man mit Fackelzügen diesen Tag. Millionen Kinder basteln schon Wochen vorher die schönsten Laternen, um singend hinter dem Mann mit dem Pferd herzuwandern. Es ist eine christliche Legende, welche sich tief und fest in unsere Kultur eingebrannt hat. Man erzählt sich Geschichten über diesen stolzen Mann, der vollkommen selbstlos ein Stück seines Mantels abgegeben hat, um einem Bettler das Leben zu retten.

Durch die katholische Kirche wurde der Soldat heilig gesprochen. Seitdem nennt man ihn St. Martin. Die Kirche machte ihn dadurch zu einem Teil ihrer eigenen Geschichte. Und genau aus diesem Grund gibt es dieser Tage eine riesige Welle an Pressemeldungen. Das Fest des St. Martins soll nämlich, wenn es um die Linken in NRW geht, aus Kindergärten und Schulen verschwinden.

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Die Begründung ruht auf der Tatsache, dass sich nachweislich immer mehr muslimische – oder andersgläubige – Jugendliche, durch ausgeübte christliche Bräuche ausgeschlossen fühlen. An diesem Punkt wird das Thema durchaus komplex. Es gäbe unzählige für und wider, wie man Integration allgemein besser leben könnte.

Bad Homburg: Das Sonne – Mond und Sterne – Fest

Im hessischen Bad Homburg kam es derweil zu einem initiierten Eklat, nachdem laut der Taunus Zeitung die örtliche KITA Leimenkaut das St. Martins Fest abgeschafft haben soll, um fortan ein Sonne Mond und Sterne Fest zu feiern. Es hagelte Beleidigungen und Drohungen.

Die KiTa stellte jetzt jedoch klar, dass es diesen Begriff lediglich im internen Gebrauch gibt. Vor einigen Jahren soll es zum St Martinsfest eine warme Suppe mit Sonnen, Monden und Sternen für die Kinder gegeben haben. Und so habe sich der Begriff über die Zeit im Umgang damit entwickelt. Niemand habe die Absicht das ursprüngliche Fest nicht mehr zu feiern, oder offiziell umzubenennen.

Die Linke NRW: christliche Traditionen niemandem aufdrängen

Für allgemeine Aufregung sorgte die Tage eine Aussage des Landessprechers der Linken in Nordrhein-Westfalen, Rüdiger Sagel. In anbetracht des hohen Anteils muslimischer Kinder in NRW’s Kitas, forderte Sagel ein Ende des „Aufdrängens“ christlicher Traditionen in KiTas und Schulen. Damit folgt er einem durchaus – scheinbar – modernem Trend in der Politik. ort hört man immer häufiger den Ruf nach Rücksichtsnahme auf andere Kulturen, wenn es um christliche Bräuche geht.

Gesellschaftliche Wahrheiten

Ursula Krickl, die als Referatsleiterin des Deutschen Städte- und Gemeindebus (DStGB) für die kommunalen Kitas zuständig ist, kann bei muslimischen Familien keinen Trend erkennen, wenn es darum geht, christliche Feste abzuschaffen oder umzubenennen. Ganz im gegenteil weist sie freudig darauf hin:  „In manchen städtischen Kitas werden heute auch muslimische Feste gefeiert. Zum Beispiel das Zuckerfest. Da bringen die Mütter muslimischer Kinder Süßigkeiten und alle naschen zusammen.“.

Sie wertet das als eine positive Entwicklung. Kinder können dort Traditionen und Feste anderer Kulturen kennen lernen. Man gebe gebe aber keine entsprechenden Empfehlungen. Der Umgang mit den Feiertagen sei jeder Kita selbst überlassen.

Gemeinsam Feiern fördert soziales und kulturelles Verständnis unter Kindern

Der Weckmann - leckere Tradition zu St. Martin
Der Weckmann – leckere Tradition zu St. Martin | Copyright: Rike / pixelio.de
Im Allgemeinen scheint es so, dass muslimische Eltern ihre Kinder sogar recht gerne in christliche Kindergärten lassen. Man rechnet dort mit gewissen sozialen Werten, welche auch kulturübergreifend mehr als erwünscht sind.

Im Ruhrgebiet gibt es kirchlische Kitas mit über 60%igem Anteil an muslimischen Kindern. Dort wird das St. Martinsfest ganz selbstverständlich und neugierig mitgemacht. Gerade die soziale Komponente wird dort vermittelt. Und somit stehen am Ende alle Kinder gemeinsam am großen Feuer und warten mehr oder weniger geduldig auf ihre Martinsgans.

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