Berlin (AFP) – Die Bundeselternvertretung der Kindertagesstätten hat die Empfehlungen der Nationalakademie Leopoldina zur Corona-Krise als wirklichkeitsfremd kritisiert und eine baldige Öffnung der Kitas gefordert.

Der Expertenvorschlag, wonach jüngere Kinder bis zu den Sommerferien zu Hause bleiben sollten, gehe „an der Lebenswirklichkeit von Millionen Menschen vorbei“, sagte Ulrike Grosse-Röthig, Bundessprecherin der Elternvertretung, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben). Eine fehlende Kita-Betreuung für Millionen Kinder bedeute, dass auch Millionen Elternteile ihrer Arbeit nicht nachgehen könnten.

Der Vorschlag der Nationalakademie Leopoldina sieht vor, dass Schulen und Kindertagesstätten schrittweise geöffnet werden. Zunächst soll nach Ansicht der Experten der Lehrbetrieb für Grundschüler und die Sekundarstufe I starten. Kita-Kinder sollten aber bis zum Sommer zu Hause bleiben.

„Offensichtlich ist bei der Leopoldina auch noch nicht angekommen, dass es sich bei Kitas um Bildungsreinrichtungen handelt, und dass man Kindern hier Bildung vorenthält“, kritisierte Grosse-Röthig. Als „Idealfall“ bezeichnete sie die Rückkehr in den normalen Betrieb, wie es Dänemark vorgemacht habe. Mit „viel zusätzlichem Personal“ wäre es aus Grosse-Röthigs Sicht möglich, „kleinere Gruppen zu bilden und so Abstand zu halten“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten beraten am Mittwoch über erste Schritte zu einer Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen. Zu den wichtigsten Themen zählt die Frage, wann und unter welchen Bedingungen Schulen und Geschäfte wieder öffnen können.


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isd/

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