Berliner Knabenchor muss neunjähriges Mädchen nicht aufnehmen

Verwaltungsgericht weist Klage gegen Entscheidung des Domchors ab

Singender Junge
Bild: © Ivan Traimak / Adobe Stock

Berlin (AFP) – Ein reiner Knabenchor in Berlin muss ein neunjähriges Mädchen nicht aufnehmen. Die Ablehnung der Aufnahme in den bislang nur aus Jungen bestehenden Staats- und Domchor sei rechtlich nicht zu beanstanden, entschied das Verwaltungsgericht Berlin am Freitag. Das Gericht wies die Klage der Neunjährigen ab, weil die Entscheidung des Chors durch die Kunstfreiheit gedeckt sei. (Az. VG 3 K 113.19)

Die Mutter des Mädchens hatte Ende vergangenes Jahres um die Aufnahme ihrer Tochter in den Chor gebeten. Nach einem Vorsingen lehnte dessen Leiter diese allerdings ab. Das Mädchen klagte gegen daraufhin gegen diese Entscheidung und machte geltend, dass es sich bei der Ablehnung um eine geschlechtsspezifische Diskriminierung handele.

Das Verwaltungsgericht sah die Entscheidung des Chorleiters dagegen nicht als rechtswidrig an. Es sei von der Kunstfreiheit gedeckt, einen „Knabenchorklang“ anzustreben. Dies führe dazu, dass „aufgrund bestehender anatomischer Unterschiede dieser Klang ungleich häufiger von Jungen als von Mädchen“ erzeugt werden könne.

Nach Überzeugung der zuständigen Kammer sei das Mädchen nicht aufgrund ihres Geschlechts abgelehnt worden, sondern weil sie „nach Bewertung des Chorleiters dem gewünschten Klangbild“ nicht entsprochen habe. Das Verwaltungsgericht ließ wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Falls die Berufung zum Oberverwaltungsgericht zu.


cax/cha

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