Berlin (AFP) – Das Armutsrisiko für Alleinerziehende ist laut einer aktuellen Erhebung seit 2005 um 6,6 Prozent gestiegen und liegt inzwischen bei 41,9 Prozent.

Das geht aus einem Bericht des MDR-Magazins „exakt“ am Mittwoch in Leipzig hervor. Obwohl fast 80 Prozent aller Alleinerziehenden einen mittleren oder höheren Berufsabschluss haben, beziehen demnach rund 600.000 von ihnen Hartz IV.

Die Verbesserung der Situation Alleinerziehender sei zwar erklärtes Ziel im Koalitionsvertrag der Bundesregierung, aber „passiert ist bisher wenig“, sagte die Darmstädter Sozialrechts-Expertin Anne Lenze dem MDR. Sie verwies auf eine Studie der Bertelsmann Stiftung, deren Zahlen sie aktualisiert habe. Sie nannte es problematisch, dass angenommen werde, Alleinerziehende könnten „voll berufstätig sein neben der Kindererziehung und das ist etwas, an dem die meisten oder viele Alleinerziehende scheitern“.

Leidtragende der prekären Situation sind dem Bericht zufolge vor allem Kinder. Knapp eine Million Kinder von Alleinerziehenden leben demnach von Hartz IV. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Nettohaushaltseinkommens zur Verfügung hat. Bei Alleinerziehenden mit einem Kind liegt diese Grenze bei 1.144 Euro.

bk/gt

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