Vor 10 Jahren war Inklusion das Zauberwort. Genauso alt ist nämlich die UN-Konvention, dass Menschen mit Behinderungen ein Recht der Teilnahme am alltäglichen Leben haben. In der Realität klappt das aber nicht wirklich.



Nach einer neuen Studie des Institutes für Menschenrechte werden immer noch zu viele Schüler mit Behinderung nicht an einer Regelschule unterrichtet. Für Armin von Buttlar von der Aktion Mensch ist es kein Wunder, dass Inklusion noch nicht wirklich funktioniert. „30 Prozent der Menschen haben überhaupt regelmäßig Kontakt mit Behinderten.“, meint er. „Das zeigt schon an dieser Zahl, dass noch viel zu tun ist und alle kennen die Diskussion aus der Schule, wie schwer es ist, Inklusion zu realisieren.“ Und da will die Aktion „Stück zum Glück“ von Procter & Gamble und REWE gemeinsam mit der Aktion Mensch ansetzen.

Seit rund einem Jahr bauen sie inklusive Spielplätze. Sieben konnten sie schon errichten. Wie nötig das ist, zeigen auch die Interviews von Kindern mit Behinderungen, die während eines Filmprojekts entstanden sind. Es gibt nämlich eigentlich Deutschlandweit kaum ein Spielplatz, auf den sie gehen können. „Da steht Paul ja nur rum, das macht ja keinen Sinn.“, meint sein bester Freund. „Weil man da nicht spielen kann. Man kann auch nicht im Sand fahren, weil das immer den Rollstuhl stoppt.“

Zudem seien viele Geräte für Kinder, die sich wegen Ihren Behinderungen nicht richtig festhalten können, unbrauchbar. Und genau das können Kinder auf einem inklusiven Spielplatz. Die Böden sind rollstuhlgerecht, viele Klettergeräte auch für Kinder mit Behinderung benutzbar. Das freie Spielen ist nicht nur für die Entwicklung von motorischen Fähigkeiten der Kinder so wichtig. Auch die soziale Intelligent wird hier geschult. Und da wären wir wieder bei der Inklusion.

Bianca Riliger, Erzieherin „Ich glaube, wenn der Spielplatz für alle Kinder und Jugendliche nutzbar ist, dann steht die Behinderung nicht mehr im Focus. Sondern dieses gemeinsame Nutzen. Dann ist es nicht wichtig, wenn einer etwas nicht kann. Dann gibt es eine Alternative für das Kind.“ Rund 40 inklusive Spielplätze sollen durch diese Aktion entstehen. Auf jeden Fall sind sie ein wichtiger Baustein für eine funktionierende Inklusion.

Denn beim Toben spielt die Behinderung nun wirklich keine Rolle.


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