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„SZ“: Koalition plant Rechtsanspruch auf Kurzzeitpflege

von AFP
Kurzzeitpflege

München (AFP) – Union und SPD wollen einen Rechtsanspruch auf einen Kurzzeitpflegeplatz einführen. Das geht aus einem gemeinsamen Antragsentwurf hervor, aus dem die „Süddeutschen Zeitung“ am Freitag zitierte. Bei der Kurzzeitpflege geht es um einen befristeten Aufenthalt im Pflegeheim – etwa wenn nach einer Behandlung im Krankenhaus niemand da ist, um einen gebrechlichen oder kranken Menschen zu Hause zu versorgen. Die Stiftung Patientenschutz äußerte sich skeptisch.

„Kurzzeitpflegeplätze sind in Deutschland Mangelware“, sagte der Vorstand der Patientenschützer, Eugen Brysch, der Nachrichtenagentur AFP. Für 2,6 Millionen ambulant versorgte Pflegebedürftige gebe es gerade einmal 10.800 Plätze. Wenn die Regierung einen Rechtsanspruch auf Kurzzeitpflegeplätze schaffen wolle, müsse sie „erklären, woher die Plätze kommen sollen“, forderte Brysch. Andernfalls „wäre diese Zusage eine Luftbuchung“. Zudem müsse klar sein, „wer das zahlen soll“.

Die Kurzzeitpflege oder so genannte Verhinderungspflege ist auch eine Entlastung für Familien, die einen Angehörigen dauerhaft pflegen. Dank der Möglichkeit, Pflegebedürftige für einige Zeit in professionelle Betreuung zu geben, können zum Beispiel Pflegende in den Urlaub fahren.

Bereits im Koalitionsvertrag hatten die Regierungsparteien vereinbart, pflegende Angehörige besser zu unterstützen. Neben der Kurzzeit- oder auch Verhinderungspflege wurde auch eine Verbesserung der Tages- und Nachtbetreuung vereinbart. Das sind Einrichtungen, die alte und kranke Menschen für einige Stunden aufnehmen.

Bislang sind insbesondere die Kurzzeitplätze in Deutschland rar. Dem Entwurf zufolge wollen die Regierungsfraktionen deshalb unter anderem eine „wirtschaftlich tragfähige Vergütung“ stärken.

Der Antrag sieht demnach vor, dass neben den Pflegekassen auch die Bundesländer die Verantwortung dafür tragen, dass es genug Plätze gibt. „Der Rechtsanspruch auf einen Kurzzeitpflegeplatz soll dazu beitragen, den Ausbau von Kurzzeitpflegeangeboten flächendeckend zu gewährleisten“, heißt es in dem Papier.


jpf/pw

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