Kinder- und Jugendmedizin
Bild: © Oksana Kuzmina / Adobe Stock

Berlin (AFP) – Die SPD will die Kinder- und Jugendmedizin in Deutschland stärken. Dafür sollten 390 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung eingesetzt werden, verlangten Parteichefin Saskia Esken und die Spitzenkandidatin der SPD Sachsen-Anhalt für die Landtagswahlen 2021, Katja Pähle, am Dienstag in Berlin. Sie verwiesen auf einen entsprechenden Beschluss des Parteipräsidiums.

Konkret solle der Anteil der Kinder- und Jugendmedizin an dem im Konjunkturpaket vorgesehenen Zukunftsprogramm Krankenhäuser auf den Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung von derzeit rund 13 Prozent angehoben werden, verlangte Esken. Pähle wies darauf hin, dass Behandlungen von Kindern häufig aufwändiger seien als von Erwachsenen. Auch gebe es in Kliniken einen höheren Betreuungsaufwand.

Die SPD-Politikerinnen kritisierten in diesem Zusammenhang das in der stationären Versorgung geltende System der Fallpauschalen, das diesen Mehraufwand nicht berücksichtige. Pähle forderte stattdessen einen Mix aus einer Grundfinanzierung und Strukturzuschlägen für den ländlichen Raum.

„Kinder brauchen eine individuelle Versorgung“, sagte die SPD-Landespolitikerin. „Dieser Bereich darf dem Kostendruck nicht unterworfen werden.“

„Höhere Fallpauschalen allein würden nicht helfen“, sagte auch Esken. Es gehe darum, den individuellen Anforderungen der Kinder- und Jugendmedizin gerecht zu werden. Pähle sprach sich zudem dafür aus, im Medizinstudium stärker für eine Tätigkeit in der Kinder- und Jugendmedizin zu werben, um Versorgungsengpässen auch im ambulanten Bereich entgegenzuwirken. Außerdem sollten generell mehr Studienplätze für Medizin geschaffen werden.

„Die Kinder- und Jugendmedizin ist in ihrer Gesamtheit der komplexeste medizinische Fachbereich überhaupt“, heißt es in dem Beschluss des SPD-Präsidiums. „Gerade in ländlichen Räumen müssen wir aber feststellen, dass eine hochwertige Gesundheitsversorgung für Kinder und Jugendliche nicht mehr in allen Regionen eine Selbstverständlichkeit darstellt. Krankenhäuser seien von der Schließung bedroht, weil sie sich nicht „rechnen“, kritisieren die Sozialdemokraten. Dem solle die Änderung der Finanzierungsregeln entgegenwirken.


bk/pw

-Anzeige-

HINTERLASSE EINEN KOMMENTAR

Schreibe deinen Kommentar
Gib hier deinen Namen ein