Cannabidiol CBD
Medizinisches Cannabidiol könnte die Therapie verschiedener Krankheitsbilder auch in der Kindermedizin unterstützen. (Bild: @ artit / Adobe Stock )

Medizinisches Cannabis ist derzeit ein kontrovers diskutiertes Thema. Die medizinisch verwertbaren Bestandteile der Cannabispflanze könnten in verschiedenen therapeutischen Bereichen unterstützend eingesetzt werden. Aufgrund einer noch nicht ausreichenden Forschungslage steckt die Verordnung von medizinischem Cannabis zu Therapiezwecken bei einzelnen Krankheitsbildern allerdings noch in den Kinderschuhen. Zum 1. März 2017 trat die „Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften“ in Kraft, die dafür sorgt, dass medizinisches Cannabis auch in Deutschland von Medizinern per Rezept verordnet werden darf. Was diese Änderung in der therapeutischen Praxis bedeutet, erläutert das Internetportal aerzteblatt.de:

„Ärztinnen und Ärzte jeder Fachrichtung können ab 1. März Cannabisblüten und Extrakte aus Cannabis mittels Betäubungsmittel-(BtM-)Rezept verordnen. Hierfür ist keine besondere Qualifikation erforderlich. Das bisherige Verfahren entfällt damit, dass Patienten bei der Bundesopiumstelle des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine Ausnahmeerlaubnis nach § 3 Abs. 2 Betäubungsmittelgesetz (BtMG) zum Erwerb einer standardisierten Cannabisextraktzubereitung oder von Medizinal-Cannabisblüten zur Anwendung im Rahmen einer ärztlich begleiteten Selbsttherapie beantragen müssen.“

(Quelle: https://www.aerzteblatt.de)

Damit liegt es zum derzeitigen Stand im Ermessen des behandelnden Arztes, ob er in Absprache mit dem Patienten im individuellen Fall eine ergänzende Therapie mit medizinischem Cannabis empfehle möchte. Der Einsatz von medizinischem Cannabis bietet Experten zufolge ein so breites Spektrum an möglichen Wirkansätzen, dass hier möglicherweise ein Umdenken einsetzen könnte.

Der Deutsche Hanfverband erläutert auf seiner Internetseite eine große Bandbreite von möglichen therapeutischen Einsatzgebieten, die derzeit wissenschaftlich untersucht werden. Für eine ganze Reihe von Krankheitsbildern im chronischen Bereich oder im Bereich der Schmerztherapie hat Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aktuell Ausnahmegenehmigungen erteilt, bis die Gesetzeslage zum Einsatz von medizinischem Cannabis in Deutschland eindeutig geklärt ist. Vor allem bei chronischen Krankheitsbildern wie Autismus und Epilepsie könnte medizinisches Cannabis einen Therapieansatz bergen, der die Behandlung von Kindern positiv unterstützen könnte.

Medizinisches Cannabis in der Autismus-Therapie

Autismus, in der Medizin auch Autismus-Spektrum-Störung (ASS) genannt, ist vor allem bei Kindern ein häufig verbreitetes Krankheitsbild. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt an, dass eines von 160 Kindern an diesem Krankheitsbild leidet. Bei einer Autismus-Spektrum-Störung handelt es sich um eine Entwicklungsstörung, die sehr komplex verlaufen und sehr unterschiedliche Ausprägungen annehmen kann. Kinder, die eine ASS aufweisen, haben Schwierigkeiten mit den verschiedensten Aspekten ihrer Entwicklung. Besonders typisch sind Störungen der Sprachentwicklung, Wahrnehmungsstörungen oder Schwierigkeiten mit der sozialen Interaktion. Wie schwer eine ASS ausgeprägt ist und wie sie sich äußert, ist im Einzelfall sehr verschieden.

Autismus Therapie Symbolbild
Bild: @ vetre / Adobe Stock

Bislang gibt es keine allgemein anerkannte Therapie, die bei jeder Form einer Autismus-Spektrum-Störung angewendet werden kann. Mediziner beschäftigen sich aber seit einiger Zeit mit der Möglichkeit, medizinisches Cannabis zur Behandlung von Autismus einzusetzen. Vor allem der Wirkstoff Cannabidiol gibt hier viel Grund zur Hoffnung und wird in seinem Wirkansatz seit einigen Jahren intensiv erforscht.

Der Grund für diesen Forschungsansatz liegt im engen Zusammenspiel zwischen dem körpereigenen Endocannabinoid-System und dem Wirkstoff Cannabidiol. Die Hemmung im Gehirn, die viele neurologische Prozesse reguliert und regulatorische Prozesse im gesamten Körper steuert, ist bei den meisten Autismus-Patienten aus dem Gleichgewicht geraten. Der Einsatz von Cannabidiol könnte dabei helfen, das Niveau der neurologischen Hemmung im Gehirn auszugleichen, ohne direkt psychoaktiv zu wirken, und so dazu beitragen, dass vor allem Stimmungsschwankungen und Wahrnehmungs- oder Interaktionsstörungen von Autismus-Patienten weniger stak auftreten.

Über die aktuelle Forschungslage, medizinische Studien und die verschiedenen therapeutischen Ansätze im Bereich Cannabidiol in der Autismus-Therapie informiert das Internetportal https://nordicoil.de/wiki/cbd-fuer-autismus/. Ob eine unterstützende Therapie mit Cannabidiol in Frage kommt, muss der behandelnde Arzt im Einzelfall prüfen.


LESEPAUSE-VIDEO: Der Tauchreflex bei Babys

(Video startet nach der Werbung)


Medizinisches Cannabis und Epilepsie

Epilepsie ist eine chronische Erkrankung, die von einer Störung im Gehirn ausgelöst wird. Typische Ursachen für Epilepsie sind Verletzungen des Gehirns, Hirntumore, schwere Infektionen, die auf das Gehirn übergreifen, oder Schlaganfälle. Das Krankheitsbild der Epilepsie kann sich aber auch ausbilden, ohne dass sich ein akuter Auslöser dafür feststellen lässt. Besonders häufig wird Epilepsie bei noch sehr kleinen Kindern und älteren Menschen diagnostiziert. Das bedeutet aber nicht, dass sich die Krankheit nicht in jedem Alter entwickeln kann.

Epilepsie Therapie Symbolbild
Bild: @ sewcream / Adobe Stock

Medizinier unterscheiden rund 40 verschiedenen Unterarten der Epilepsie, die sich in ihrer Ausprägung sehr unterschiedlich auswirken können. Das bekannteste Symptom von Epilepsie sind plötzlich auftretende, rezidivierende Anfälle, die für die Patienten äußerst gefährlich sein können. Wie schwer ein Anfall ist, wie er sich äußert und wie häufig es zu epileptischen Anfällen kommt, ist äußerst verschieden und jeder individuelle Krankheitsverlauf kann von bekannten Ausprägungen abweichen. Damit gehört Epilepsie zu den komplexesten und vielschichtigsten chronischen Krankheitsbildern.

Weltweit leiden rund 50 Millionen Menschen an einer Form der Epilepsie. Fast 500.000 Patienten sind Kinder. Bei ihnen treten die epileptischen Anfälle oft besonders unvorbereitet auf und nehmen nicht selten einen schweren Verlauf. Mediziner, die zu Therapiemöglichkeiten bei Epilepsie bei Kindern forschen, halten es für möglich, dass der Einsatz von medizinischem Cannabis, insbesondere der Wirkstoffe Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC), die bereits vorhandenen Therapieansätze bei der Behandlung von Epilepsie positiv unterstützen könnte.

Da sich das kindliche Gehirn noch stark in der Entwicklung befindet, setzen Medizinier vor allem auf den Wirkstoff Cannabidiol, da er im Gegensatz zu THC nicht psychoaktiv ist. Ob sich der Wirkstoff tatsächlich nicht auf die Entwicklung des kindlichen Gehirns auswirkt, müssen Langzeitstudien allerdings noch zeigen. Über die aktuelle Forschungslage, einzelne wissenschaftliche Studien und den bisherigen Einsatz von medizinischem Cannabis in der Epilepsietherapie informiert das Internetportal http://cannabis-oel.net/cannabisoel-gegen-epilepsie-bei-kindern/.

Verschiedenen Einsätze im therapeutischen Bereich haben bislang gezeigt, dass sich Cannabidiol durchaus positiv auf den Gesundheitszustand an Epilepsie erkrankter Kinder auswirken und die Häufigkeit der Anfälle reduzieren kann. Häufig empfehlen Mediziner eine Kombination aus klassischen Therapien und dem Einsatz von Cannabidiol. Ob eine Therapie mit medizinischem Cannabis in Frage kommt, hängt allerdings vom individuellen Fall. Hier kommt es auf die Ausprägung des Krankheitsbildes, die Form der Anfälle und die bereits verordneten Therapien und Medikamente an, denn eine Behandlung mit Cannabidiol kann Nebenwirkungen haben oder in Kombination mit einzelnen Medikamenten schwierig sein.


 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here