Berlin (AFP) – Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs hat eine Kostenübernahme für den Erhalt der Fruchtbarkeit der jungen Patienten gefordert. „Nur wer das Geld hat, kann sich heute die Chance auf eigene Kinder nach der Krebserkrankung leisten“, kritisierte der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, Mathias Freund, am Dienstag in Berlin. Dies müsse geändert werden.

Jährlich erkranken etwa 15.000 Menschen im Alter zwischen 18 und 39 Jahren an Krebs. Etwa 80 Prozent von ihnen können geheilt werden. „Nach erfolgreicher Behandlung wollen sie ihr Leben so normal wie möglich fortsetzen – und das auch als zukünftige Eltern eigener Kinder“, erklärte Freund. Patienten empfänden den unerfüllten Kinderwunsch nicht selten als „zweites Stigma“ nach der Krebserkrankung.

Vor einer Krebsbehandlung können Betroffene ihre Eizellen oder Spermien einfrieren lassen. Das ist aber teuer – und die Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht.

Etwa 500 Euro für Männer und bis etwa 4300 Euro für Frauen kosten die Entnahme und das Einfrieren von Eizellen, Spermien oder Eierstockgewebe.

„Die jungen Erwachsenen, die in diesem Alter an Krebs erkranken, erleben eine mehrfache Existenzbedrohung – gesundheitlich, sozial und finanziell“, erklärt Kristina Geue von der Abteilung für medizinische Psychologie und medizinische Soziologie an der Universität Leipzig. Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs will die Öffentlichkeit daher für dieses Thema stärker sensibilisieren und die notwendigen Debatten anstoßen.

hex/cfm


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AFP

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