Institut: Lücken bei der Versorgung von rheumakranken Kindern

Defizite vor allem im Nordosten und auf dem Land

Leipzig (AFP) – In Deutschland fehlen nach wie vor ausreichend Behandlungsangebote für alle rheumakranken Kinder und Jugendlichen.

„Vor allem im Nordosten und in vielen ländlichen Regionen müssen die Betroffenen nach wie vor weite Wege in Kauf nehmen“, erklärte Klaus Vogt vom Leibnitz-Institut für Länderkunde am Montag in Leipzig. Die meisten Betreuungseinrichtungen für rheumakranke Kinder und Jugendliche gibt es danach in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

In Ostdeutschland nimmt Sachsen mit neun stationären oder ambulanten Anlaufstellen den Spitzenplatz ein. Bundesweit rangiert der Freistaat im Mittelfeld. In Mecklenburg-Vorpommern in hingegen keine einzige derartige Einrichtung verzeichnet. Bundesweit gibt es insgesamt rund 90 kinderrheumatologische Ambulanzen. Eine Karte dazu veröffentlichte das Leibniz-Institut im Rahmen seines Onlineprojekts „Nationalatlas aktuell“.

Die Defizite bei den Behandlungsangeboten, aber auch das Nichterkennen der rheumatischen Erkrankung können nach Angaben von Vogt dazu führen, dass nicht einmal jedes zweite Kind mit Gelenkrheuma jemals einem Spezialisten vorgestellt wird. In Deutschland erkrankt pro Jahr etwa eines von 1000 Kindern unter 16 Jahren an einer Gelenkentzündung.

Insgesamt leiden 40.000 Kinder und Jugendliche an chronischen Gelenkentzündungen.

Häufig sind die Beschwerden mild und klingen bei acht bis neun von zehn Kindern ohne weitere Komplikationen und Spätfolgen ab. Bei zehn bis 20 Prozent verläuft die Krankheit dagegen chronisch, die Diagnose lautet Gelenkrheuma. Typische Symptome sind Schmerzen, Schwellungen, Überwärmungen und Bewegungseinschränkungen der betroffenen Gelenke.

Die Versorgungskarte im Internet: http://aktuell.nationalatlas.de

hex/cfm

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