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Die Pflegestufen im Überblick

von Torsten Esser
Veröffentlicht: Letztes Update

Ob im Mehrgenerationenhaus, oder im weiteren familiären Umfeld,  mit dem Thema Pflegebedürftigkeit für Angehörige, muss sich fast jeder irgendwann einmal auseinander setzen. Auch für Eltern von Kindern mit chronischen Krankheiten (z.B Trisomie oder ADHS), gelten die gleichen Regelungen.

Pflegestufen in der ÜbersichtDie aktuelle große Koalition möchte noch in dieser Legislaturperiode eine Anpassung der verschiedenen Stufen beschließen. Damit möchte man endgültig den individuellen Bedürfnissen verschiedenster Krankheitsbilder, besser gerecht werden. Die noch aktuellen Pflegestufen möchten wir euch hier erklären.




Pflegestufe Null (o)

Seit Anfang 2008 können Personen, die noch nicht die Voraussetzung für die Pflegestufe I erfüllen, einen Betreuungsbetrag in Höhe von 100 bis 200 Euro erhalten. Man nennt diese Einstufung “Pflegestufe 0”. So sind zum Beispiel Menschen mit einer anfänglichen Demenz besser abgesichert. Hinzu kommt, dass bei einer diagnostizierten Demenzerkrankung, weitere finanzielle mittel zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus kann man mittlerweile auch schon ab “Pflegestufe 0”, Mittel zur Verbesserung des häuslichen Umfeldes beantragen, Verhinderungspflege in Anspruch nehmen, und Pflegehilfsmittel nutzen.

Pflegestufe I – erhebliche Pflegebedürfigkeit

Wer hat Anspruch? Pflegestufe I wird gewährt, wenn eine Person mindestens zweimal pro Tag explizite Hilfe benötigt. Zudem muss mehrmals wöchentlich Hilfe in hauswirtschaftlichen Belangen, wie dem Einkaufen, nötig sein. Der festgelegte Durchschnitt für den täglichen Zeitaufwand darf 90 Minuten nicht unterschreiten. Dabei müssen mindestens 46 Minuten auf die körperliche Grundpflege entfallen.

Enthaltene Leistungen: Übernimmt ein Angehöriger, guter Freund oder Nachbar die Pflege, wird ein monatliches Pflegegeld von bis zu 235 Euro gezahlt. Bei der Hilfe durch einen professionellen Pflegedienst, liegt der Höchstsatz bei 450 Euro. Für die vollstationäre Verorgung in einem Pflegeheim, gibt es bis zu 1.023 Euro monatlich.

Pflegestufe II – schwere Pflegebedürfigkeit

Wer hat Anspruch? Der tägliche Hilfebedarf bei dieser Stufe ist auf mindestens 180 Minuten festgesetzt. Davon müssen 90 Minuten auf die Grundversorgung gehen. Die restlichen Voraussetzungen decken sich mit der Pflegestufe I.

Enthaltene Leistungen: Seit 2012 erhalten Bedürftige bis zu 440 Euro Pflegegeld pro Monat.Für die häusliche oder teilstationäre Pflege gibt es 1.100 Euro. Und für eine vollstationäre Pflege bekommt man 1.279 Euro im Monat.

Pflegestufe III – schwerste Pflegebedürftigkeit

Wer hat Anspruch? Der tägliche Pflegeaufwand muss hier mindestens fünf Stunden betragen. Alleine vier Stunden müssen davon auf die körperliche Grundpflege entfallen. Die Bedürftigkeit muss rund um die Uhr bestehen. Das heißt, dass auch nachts ein erheblicher Bedarf an Hilfe bestehen muss. Natürlich ist auch weiterhin die mehrfach wöchentliche Unterstützung in hauswirtschaftlichen Angelegenheiten als Voraussetzung benannt.

Enthaltene Leistungen: Bis zu 700 Euro Pflegegeld pro Monat gibt es für die Pflegestufe 3. Für die Unterstützung durch einen Pflegedienst für zu Hause, gibt es maximal 1.550 Euro. In speziellen Härtefällen kann man bis zu 1.918 Euro bekommen. Für eine vollstationäre Betreuung gelten in dieser Stufe die gleichen Sätze.

[quote_box_center]Leistungen können auch aufgeteilt werden: Wenn eine Person, mit Pflegestufe II, ein Pflegegeld von 220 Euro bezieht, kann sie vom Satz für die häusliche Pflege noch 550 Euro bekommen. Das sind dann jeweils 50% der Gelder. So kann man zu Hause teils von einem Pflegedienst betreut werden, und der Rest wird von einem Angehörigen übernommen.[/quote_box_center]

Kann man weitere Leistungen beantragen?

Beim Thema Pflegeversicherung ist guter Rat oft bares Geld, bzw eine enorme Pflegeerleichterung wert.  Es gibt unzählige Modelle und Tarife der Pflegezusatzversicherungen. Aber auch in die Wahl der eigentlichen Pflegekasse sollte man Zeit und Köpfchen investieren. Denn gerade in der Pflege ist noch lange nicht alles Gold was glänzt.

Das Internet ist hier ein sehr guter Begleiter. Es gibt unzählige gute und zuverlässige Anlaufstellen im Netz, auf deren Seiten man sich sehr tiefgehend und wohlbehütet informieren kann. Wenn man schon eine ungefähre Vorstellung davon hat, in welcher Form sich Krankheitsbilder entwickeln können – zb. bei einer vorhandenen chronischen Krankheit – kann man sich sehr gezielt über nützliche Zusatzleistungen der einzelnen Kassen informieren.

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