Die Gesundheit der Zukunft – was bedeutet die Digitalisierung der Medizin für unsere Kinder?

Gesundheit in der Zukunft
Bild: © PhotoPlus+ / Adobe Stock

Die fortschreitende Digitalisierung hat den Alltag der Menschen in den letzten 30 Jahren stark verändert. Weltweite Kommunikation ist für uns selbstverständlich – wir sind ständig erreichbar und haben unbegrenzten Zugriff auf Informationen und Unterhaltungsmedien. Ähnlich stark wird sich auch der Gesundheitssektor in den kommenden Jahrzehnten verändern.

Schon im Jahr 2030 wird das aktuelle Gesundheitssystem durch personalisierte Cloudsysteme ersetzt sein. Die Kinder von Morgen werden, wie kaum eine andere Generation vor ihnen, vom technischen Fortschritt profitieren. Viele Krankheiten, die heute noch große Risiken darstellen, wird es für die nächste Generation nicht mehr geben. Welche Vor- und Nachteile aktuelle Entwicklungen wie personalisierte Medizin, Robotik und Gentechnik mit sich bringen, zeigen wir in einer kleinen Übersicht.

Jobs im Medizinsektor

Kaum eine Branche hat ein ähnlich großes Wachstumspotenzial wie die Gesundheitsbranche. Bis 2030 sollen aktuellen Studien zufolge bis zu 85 Millionen neue Jobs im medizinischen Bereich entstehen. Von Ausbildungsberufen in der Pflege und in der Verwaltung bis hin zu akademischen Fachkräften ist jeder Ausbildungsgrad gefragt. Zukünftige Ärzte können sich im Studium auf wenige Fachrichtungen konzentrieren und profitieren vom effizienten Zeitmanagement der personalisierten Cloud-Systeme. Patienten können entsprechend ihrer Anamnese direkt zum richtigen Facharzt überwiesen werden. Organisatorische Aufgaben für Ärzte fallen weg und der Arbeitsalltag in Praxen und Krankenhäusern verläuft unkompliziert und effizient.



Krankheitsversorgung im digitalen Zeitalter

Neue Technologien wie 3D-Druck und die medizinische Gentechnik machen schon heute Behandlungen auf höchstem Niveau möglich. Medikamente können in Zukunft per 3D-Druck am Zielort hergestellt werden – auch die Diagnose findet ortsunabhängig und online statt. In der Online-Apotheke der Zukunft können Patienten rundum versorgt werden. Krankheiten, die bis vor wenigen Jahren noch als unheilbar galten, könnten in Zukunft symptomfrei bekämpft werden oder ganz aus der Gesellschaft verschwinden.

CRISPR-Cas9: Ein kompliziertes Kürzel für eine geniale Technologie

Selbstoptimierung wird in der Zukunft eine ganz neue Bedeutung erlangen. Die revolutionäre CRISPR-Technologie erlaubt genetische Veränderungen am lebenden Organismus – das bedeutet, dass in Zukunft, kommende Generationen ihren genetischen Code verändern können. Bestimmte Erkrankungen wie HIV und Hepatitis könnten so auch bei Infizierten unschädlich gemacht werden. Bei betroffenen Patienten könnte ein entsprechendes Gen mithilfe von CRISPR so verändert werden, dass der Erkrankte genetisch immun gegen die Viren wird. Diese Technik wird das Leben kommender Jahrgänge radikal verändern. Genetische Zufälle werden zur bewussten Entscheidung und Gesundheit eine Frage der finanziellen Mittel und des Wissens darum.

Krankheitsprävention mithilfe persönlicher Gesundheits-Coaches

Die Prävention von Krankheiten nimmt in der Medizin und auch in unserem privaten Leben eine immer größere Rolle ein. Fitness und gesunde Ernährung sind zwei Megatrends, die nur den Beginn einer Ära der perfektionistischen Selbstbetrachtung markieren. Gesundheit ist schon heute ein Statussymbol und gilt als Zeichen von Erfolg. Der vergleichsweise hedonistische Lebensgedanke des 20. Jahrhunderts weicht im 21. Jahrhundert einem neuen Lebenskonzept. Menschen werden immer älter – theoretisch ist das Ziel der modernen Medizin, die Lebensdauer von Menschen unbegrenzt verlängern zu können, ohne dass sie an Lebensqualität einbüßen.

[blockquote align=“none“ author=““]Kommende Generationen werden sich von persönlichen Coaches beraten lassen, die mithilfe digitaler Auswertungen der gesamten Lebensweise ihrer Patienten individuelle Empfehlungen zur ständigen Verbesserung der gesundheitlichen Werte geben.[/blockquote]

Mehr Gesundheit, weniger Freiheit?

Kritiker der digitalen Wende in der Gesundheitsbranche befürchten eine neue Form der Klassifizierung in unserer Gesellschaft. Der soziale Stand eines Menschen könnte künftig mehr denn je von seiner körperlichen Verfassung abhängen. Elternpaare, die ihre Kinder nicht genetisch optimieren lassen, müssten diese Entscheidung moralisch rechtfertigen – ein Phänomen, das heute noch undenkbar ist und nicht unseren aktuellen Vorstellungen von Menschenwürde entspricht. In China gibt es bereits heute ein soziales Ranking-System, das ähnliche Faktoren mit einbezieht.

[blockquote align=“none“ author=““]In Deutschland allerdings gehört die rege Diskussion über Ethik zum kulturellen Erbe, schon allein das Embryonenschutzgesetz und Stammzellgesetz verdeutlichen dies.[/blockquote]

Es könnten sich in der Zukunft somit geografisch Zonen herausbilden, in welchen eine alternativere Ansicht von Ethik und Existenz gelebt wird und Gebiete, in welchen die medizinische Technik eher befürwortet wird. Alles sehr spannend: irgendwie beruhigend und beängstigend zugleich …

 


 


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