DAK-Studie: Enger Zusammenhang zwischen Gesundheit von Kindern und Elternhaus Übergewicht oder Karies treten bei niedrigerem Bildungsstatus häufiger auf

DAK Studie Kindergesundheit
Bild: © goodluz / Adobe Stock

Berlin (AFP) – Der soziale Hintergrund im Elternhaus hat auch Einfluss auf die Gesundheit von Kindern. In Familien mit einem niedrigeren Bildungsstatus der Eltern sind Mädchen und Jungen bis zu dreimal häufiger von Erkrankungen wie Karies oder Übergewicht betroffen als Kinder aus Akademikerhaushalten, wie der am Dienstag vorgestellte Kinder- und Jugendreport der Krankenkasse DAK Gesundheit ergab.

Kinder von Eltern ohne Ausbildungsabschluss sind laut der Untersuchung von Wissenschaftlern der Universität Bielefeld im Alter zwischen fünf und neun Jahren bis zu zweieinhalbmal häufiger von Fettleibigkeit betroffen als Akademikerkinder. Bei Zahnkaries gibt es demnach 2,8 Mal so viele Fälle.

„Die gesundheitliche Ungleichheit zwischen den Familien ist größer als gedacht“, erklärte der Vorstandschef der DAK Gesundheit, Andreas Storm. Es gebe nachweislich erhöhte Risiken für benachteiligte Kinder. „Wenn das Elternhaus krank macht, hängt die Diagnose der Kinder oft mit dem Lebensstil von Mutter oder Vater zusammen“, stellte Storm fest.



Die häufigsten Erkrankungen im Kindesalter sind laut der Untersuchung Atemwegserkrankungen. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) aller Mädchen und Jungen hatte beispielsweise im Jahr 2016 eine Erkältung oder Bronchitis. Danach folgten Infektionskrankheiten (37 Prozent), Augenerkrankungen (30 Prozent), psychische Leiden (26 Prozent) und Hauterkrankungen (25 Prozent).

[blockquote align=“none“ author=““]Für die Studie untersuchten Wissenschaftler der Universität Bielefeld die Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen auf Grundlage von Versichertendaten von fast 600.000 Kindern aus dem Jahr 2016. Laut der Untersuchung sind 90 Prozent aller Kinder wenigstens einmal im Jahr beim Arzt oder im Krankenhaus.[/blockquote]

Die Patientenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Martina Stamm-Fibich, forderte als Konsequenz aus der Studie eine leicht verständliche Nährwertampel. Sie frage sich, wie viele solcher Berichte noch erscheinen müssten, „bis die Gegner gesunder Ernährung endlich damit aufhören, vernünftige und einfache Lösungen wie die Nährwertampel zu bekämpfen“, erklärte Stamm-Fibich. Es sei doch offensichtlich, „dass wir gerade sowieso schon benachteiligten Kindern und Jugendlichen und ihren Eltern leicht verständliche Informationen darüber an die Hand geben müssen, welche Lebensmittel gesund sind und welche nicht“.

cax/cfm


 


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