Wer seine Rechte als Fluggast kennt, fliegt viel befreiter…

Rechte als Fluggast
Bild: © Lorelyn Medina / Adobe Stock

Fliegen macht Spaß, wenn alles reibungslos abläuft. Doch nicht immer ist dies der Fall. Fluggäste müssen das allerdings nicht klaglos hinnehmen. Im Folgenden erklären wir, welche Rechte Fluggäste haben.

Warten statt starten

Die wohl häufigsten Probleme im Flugverkehr sind Verspätungen und ausgefallene Flüge. Ab einer Verspätung von drei Stunden hat der Fluggast ein Recht auf Entschädigung. Dabei spielt es keine Rolle, ob er den verspäteten Flug noch antritt oder darauf verzichtet. Am besten ist es, sich den Grund der Verspätung bescheinigen zu lassen. Dem Fluggast steht bereits ab zwei Stunden Wartezeit Verpflegung zu. Wird dies nicht von der Fluggesellschaft geleistet, sollte der Fluggast alle Quittungen aufheben, um diese mit seinem Entschädigungsantrag einzureichen. Wichtig für das Vorliegen eines Entschädigungsanspruchs ist, dass das Flugzeug in Europa oder einem Mitgliedsland starten sollte bzw. gestartet ist und der Zielort ebenfalls in diesem Bereich liegt.

Die Verspätung bezieht sich übrigens nicht auf die Abflugzeit, sondern auf die Ankunftszeit!

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Bei einer Flugverschiebung auf den nächsten Tag steht dem Fluggast eine Hotelübernachtung zu. Es gibt allerdings Ausnahmen: Liegt ein außergewöhnlicher Grund für die Verspätung vor, besteht kein Entschädigungsanspruch. Außergewöhnliche Gründe können sein: extrem schlechte Wetterverhältnisse, Tiere (Vogelschlag oder eine Maus im Flugzeug). Streiks sind mittlerweile keine Gründe für entschädigungsfreie Flugausfälle mehr. Ebenso „wilde Streiks“, im Zuge derer sich so viele Mitarbeiter einer Gesellschaft aus Protest gegen Maßnahmen ihres Unternehmens krank melden, dass deren Arbeit nicht ersetzt werden kann. Ausnahme: Die Situation war für das Unternehmen nicht vorhersehbar und beherrschbar.

Mit dem Entschädigungsrechner von Flightright wird berechnet, wie hoch der Entschädigungsanspruch ist. Die Entschädigung wird dann direkt von den Anwälten bearbeitet und bei der Fluggesellschaft eingefordert.

Besonderheiten bei Geschäftsreisen

Auch Geschäftsreisenden stehen laut EU-Fluggastrechte-Verordnung 261/2004 Entschädigungen zu. Und zwar als Privatperson. wenn im Vorfeld nicht anderes mit dem Arbeitgeber vereinbart wurde. Übrigens greift das Recht auf Entschädigung auch bei Umbuchungen der Fluggesellschaft, zum Beispiel bei Überbuchung, wenn diese zu einer dreistündigen Verspätung am Zielort führen.

Verlustige Gepäckstücke

Wenn der Reisende den Verlust eines Gepäckstücks bemerkt, sollte er sich umgehend an den Lost-and-Found-Schalter des Flughafens wenden. Sollte hier sein Gepäck nicht auffindbar sein, erhält er eine Schadenmeldungsnummer. Auch bei beschädigten Gepäckstücken empfiehlt sich die Schadensmeldung am Lost-and-Found-Schalter. Sollte das vermisste Gepäck einen Tag nach Erreichen des Zielorts nicht ankommen, darf Ersatz beschafft werden. Dieser sollte nicht den tatsächlichen Wert der im Koffer enthaltenen Gegenstände übersteigen. Individuell wichtige Dinge wie eine ausdruckte Masterarbeit sind im Wert nicht schätzbar und werden daher nicht ersetzt. Es empfiehlt sich daher, Gegenstände von ideellem Wert, Ausweispapiere und Bargeld immer im Handgepäck mit sich zu führen.

 


 

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