Mehr als eine Alternative: die Selbstständigkeit nach der Elternzeit

Wenn Mütter sich selbstständig machen
Bild: © JenkoAtaman / Fotolia

Die Schwangerschaft ist für viele Frauen eine Zeit der Unsicherheit. Sie haben Angst, ob sie Job und Kind zeitlich miteinander vereinen können. Viele Frauen sehen die Teilzeit als einzigen Ausweg aus dem Dilemma. Damit begeben sie sich jedoch oft auf das berufliche Abstellgleis, die Karriere stagniert. Auch die Rückkehr in die Vollzeit, sobald die Kinder älter sind, misslingt in vielen Fällen. Es gibt jedoch eine weitere Möglichkeit: Die Selbstständigkeit nach der Elternzeit.

Selbstständigkeit – der Weg ins Ungewisse?

Der Weg in die Selbstständigkeit ist immer auch ein Schritt ins Ungewisse. Dem Gefühl, sein eigener Herr zu sein, stehen eine Reihe von Risiken und eine allgemeine Ungewissheit gegenüber. Dennoch haben sich im Jahr 2016 stolze 672.000 Menschen für den Gang in die Selbstständigkeit entschieden. Der Anteil der Gründungen durch Frauen liegt jedoch gerade Mal bei einem Drittel. Umfragen zu Folge ist dabei oft auch die familiäre Entwicklung ein entscheidender Faktor. Dabei bietet gerade die Selbstständigkeit aus der Elternzeit heraus für Frauen viele Möglichkeiten.

Elternzeit heißt Sicherheit

Die Elternzeit ist ein vom Gesetzgeber geschaffener Zeitraum, während dem ein Arbeitnehmer nach der Geburt seines Kindes einen Anspruch auf unbezahlte Freistellung von der Arbeit hat. Unter anderem sind die folgenden Vorteile für den Arbeitnehmer gesetzlich geregelt:

  • Die Elternzeit kann bis zu 36 Monate betragen
  • Die Krankenversicherung muss ein Mutterschaftsgeld an die Mutter bezahlen
  • Keine berufliche Tätigkeit nötig, Arbeit in Teilzeit ist auf Wunsch aber möglich
  • Dem Arbeitnehmer kann in dieser Zeit nicht gekündigt werden
  • Nach dem Ablauf der Elternzeit hat der Arbeitnehmer Anspruch auf eine Tätigkeit, die der vorherigen entspricht
  • Die vertraglich geregelten Bezüge müssen dabei gleich bleiben

[blockquote align=“none“ author=““]Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer das Recht auf Elternzeit. Voraussetzung ist allerdings, dass sie sieben Wochen im Voraus angemeldet wird.[/blockquote]

Für Mütter, die sich nach der Elternzeit selbstständig machen möchten, bieten diese Regelungen einen großen Vorteil. Sie können sich nämlich zunächst in Teilzeit selbstständig machen. Wenn sie mit ihren neuen Freiheiten und dem Zeitmanagement nicht zurechtkommen, können sie nach Ablauf der Elternzeit in ihren alten Job zurückkehren. Die Selbstständigkeit bietet aber vor allem auch die Möglichkeit, sich die Arbeitszeit selbst einzuteilen. Es muss nicht auf die Forderungen des Arbeitgebers oder die Bedürfnisse der Kollegen Rücksicht genommen werden. Dem Arbeitgeber sollte man von den Plänen übrigens erzählen. Eine gesetzliche Verpflichtung gibt es dafür zwar nicht, jedoch können vertraglich entsprechende Parameter festgelegt sein.

Ein gutes Zeitmanagement ist entscheidend

Kinder benötigen jede Menge Zeit und Aufmerksamkeit. Daher spielt ein gut strukturiertes Zeitmanagement eine wichtige Rolle für die Selbstständigkeit nach der Elternzeit. Eine wichtige Stütze kann dabei die Hilfe des Partners, der Eltern und Freunde sein. Diese können nicht nur auf das Kind aufpassen, sondern unter Umständen im frisch gegründeten Unternehmen kleine Aufgaben, zum Beispiel auf 400 Euro Basis, übernehmen. Die Mutter selbst darf während der Elternzeit eine wöchentliche Arbeitszeit von 30 Stunden nicht überschreiten.

Kleine Helfer, große Wirkung

Eine Geschäftsidee und Fachkenntnisse sind für eine Gründung unerlässlich. Viele Jungunternehmer kommen jedoch in die Bredouille, weil sie mit den grundsätzlichen unternehmerischen Tätigkeiten nicht vertraut sind. Aus diesem Grund kann es hilfreich sein, vor der Gründung Seminare und Kurse zur Unternehmensführung zu besuchen. Darüber hinaus können Softwarelösungen für die Buchhaltungen dabei helfen, die komplexen Themen Rechnungswesen und Buchhaltung einfach selbst zu regeln. Vorher sollte man sich allerdings über die Funktionsweise informieren, hilfreich ist etwa dieser Ratgeber. Alternativ dazu ist es auch möglich, diese Bereiche an einen Steuerberater abzugeben. Dann hat der Selbstständige jedoch selbst nur einen begrenzten Überblick über die eigenen Finanzen und muss zusätzliche Gebühren zahlen. Bei der Rechnungserstellung können außerdem diese kostenlosen Rechnungsvorlagen unterstützen.

Darüber hinaus gibt es für Gründer eine ganze Reihe an nützlichen Apps, die das Smartphone in einen mobilen Unternehmensplaner verwandeln. Mithilfe von Budgetplanern können beispielsweise Ein- und Ausgaben genau geplant werden. Das ist besonders in der Anfangszeit wichtig, in der der Selbstständige keine großen finanziellen Mittel zur Verfügung haben. Darüber hinaus gibt es für Android und iOS eine Vielzahl von Gründer-Apps, die Checklisten für Selbstständige bereitstellen. Weitere nützliche Apps für Selbstständige zeigt dieses Online-Portal.

Arbeiten im Home Office

Das selbstständige Arbeiten von zu Hause bietet einer Mutter viele Vorteile:

  • Mehr Zeit für die Kinder
  • Auch bei Krankheit kann die Mutter Arbeit und Pflege zu Hause miteinander verbinden
  • Keine Fahrtkosten und Fahrzeit
  • Flexible Arbeitszeiten und Freizeiteinteilung
Home-Office im Garten
Die Möglichkeit das Home-Office spontan in den Garten zu verlegen, ist vielleicht selten, aber nicht unmöglich! (Bild: © Dirima / Fotolia)

Demgegenüber stehen aber auch einige Probleme, die durch das Home-Office entstehen können. Denn durch das ständige Arbeiten von zu Hause aus, verschwimmen schnell die Grenzen zwischen Arbeit und Familie. Ein eigener Büroraum ist daher unerlässlich, um sich zum einen auf die Arbeit konzentrieren zu können, und zum anderen die Arbeit nicht mit zur Familie zu nehmen.

[blockquote align=“none“ author=““]Wer das beherzigt, bekommt die Selbstständigkeit mit Kind ganz sicher in den Griff.[/blockquote]

 


 

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