Ratgeber: Schulweg trainieren und schwere Ranzen vermeiden

Tipps für einen sicheren und entspannten Schulanfang (Von Andrea HENTSCHEL)

Glückliche Erstklässler - Schulbeginn und Schulweg trainieren

Leipzig (AFP) – In Niedersachsen, Bremen und Sachsen beginnt dieser Tage bereits das neue Schuljahr. Das bedeutet auch Schulstart für tausende Erstklässler. Bundesweit werden im Schuljahr 2016/17 wieder rund 700.000 Schulanfänger ihren Ranzen packen. Verkehrsexperten raten Eltern, mit ihren Sprösslingen den Weg rechtzeitig einzuüben. Auch beim Schulranzen ist einiges zu beachten. Ein Überblick:

WELCHE DEFIZITE HABEN SCHULANFÄNGER NOCH IM STRAßENVERKEHR?

In der Regel sind sie noch überfordert. Allein aufgrund ihrer Körpergröße fehlt ihnen vielfach der nötige Überblick, und sie werden leicht übersehen.

Kinder sehen und hören in diesem Alter auch anders. Ihr Gesichtsfeld ist deutlich eingeschränkt, so dass sie seitlich nahende Gefahren nicht „aus den Augenwinkeln“ erkennen können. Auch Geräusche können sie noch nicht sicher unterscheiden. Schulanfänger brauchen zudem etwa drei Mal so lange wie ein Erwachsener, um in schwierigen Situationen reagieren zu können. Sie lassen sich leicht ablenken und laufen oft ohne Vorwarnung auf die Straße.

WIE KÖNNEN RISIKEN AUF DEM SCHULWEG VERMIEDEN WERDEN?

In jedem Fall gilt: Der kürzeste Schulweg ist nicht immer der sicherste.

Ein kleiner Umweg lohnt sich, wenn er über Fußgängerüberwege oder Ampelkreuzungen führt und dadurch Gefahren vermieden werden. Eltern sollten den Schulweg mit ihren Kindern ablaufen und dabei besonders das Verhalten an gefährlichen Stellen wie Zebrastreifen, Bushaltestellen oder Kreuzungen üben.

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Durch einen Rollentausch, wenn sich Eltern von ihrem Kind führen lassen, können Unsicherheiten am besten erkannt werden.

SOLLTEN ERSTKLÄSSLER SCHON ALLEIN MIT DEM FAHRRAD FAHREN?

Experten raten davon ab. Das sollten Eltern frühestens nach der Fahrradprüfung in der vierten Klasse erlauben. Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) passieren die meisten Unfälle auf dem Schulweg mit dem Rad – 2014 waren dies mehr als 27.300. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt mehr als 110.000 Unfälle auf dem Schulweg gemeldet – 40 davon endeten tödlich.

WAS IST BEIM SCHULRANZEN ZU BEACHTEN?

Eltern sollten auf die DIN-Norm 58124 achten, die unter anderem gewährleistet, dass zehn Prozent der Vorder- und Seitenflächen mit silbernen Reflektorstreifen ausgestattet sind. Zusätzlich sollten die Ranzen mindestens 20 Prozent leuchtende orangerote oder gelbe Flächen wie bei Warnwesten haben, rät die Stiftung Warentest.

WIE SCHWER DARF EIN RANZEN SEIN?

Idealerweise sollte der leere Ranzen nicht mehr als 1,3 Kilogramm wiegen. Die gepackte Schultasche sollte höchstens zehn bis zwölf Prozent des Körpergewichts wiegen, bei einem 25 Kilogramm schweren Kind sind das maximal drei Kilogramm. Bei Sicherheit und Tragekomfort sollten Eltern gegenüber Kindern hart bleiben, auch wenn die lieber ein Modell mit flippigen Motiven bevorzugen.

WIE GELINGT DER NEUE ALLTAG?

Damit die Kinder nicht übermüdet im Klassenzimmer sitzen, sollten Eltern möglichst frühzeitig den neuen Schlafrhythmus einführen. Der Morgen sollte ohne Hektik und mit einem gemeinsamen Frühstück beginnen. Schule sollte grundsätzlich nicht mit Angst behaftet sein. Experten raten der lieben Verwandtschaft daher, Sprüche wie „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ oder „Von nun an weht ein anderer Wind“ besser zu lassen. Dadurch werde das Kind nur unnötig unter Stress gesetzt.

WIE VIEL TASCHENGELD SOLLTEN ERSTKLÄSSLER BEKOMMEN?

Mit dem Schulbeginn lernen Kinder den Umgang mit Zahlen und den Grundrechenarten. Das macht ihnen den Umgang mit Geld leichter. Für Erstklässler sind nach Angaben von Experten zunächst bis zu 1,50 Euro Taschengeld pro Woche völlig ausreichend.

hex/cfm


 

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