Zweckfreie Freizeitgestaltung - Langeweile
Bild: © Voyagerix / Adobe Stock

Berlin (AFP) – Kindern tut es gelegentlich gut, sich zu langweilen und nichts zu tun zu haben. Der Ansicht sind 78 Prozent der befragten Eltern von Kindern zwischen sechs und 17 Jahren in einer am Montag in Berlin veröffentlichten Forsa-Studie für das Deutsche Kinderhilfswerk anlässlich des Weltspieltags am Dienstag.

Demnach halten Eltern zu 71 Prozent das Erledigen von Hausaufgaben und zu 35 Prozent häusliche Verpflichtungen für wichtiger als die spontane Freizeitgestaltung ihrer Kinder.

Zu wenig Freizeit neben dem Internet?

Vor allem Mütter sind der Meinung, dass Langeweile gut für die Entwicklung von Kindern ist. Väter hingegen finden es häufiger als Mütter wichtiger, die familiären und häuslichen Verpflichtungen nicht zu vernachlässigen. Dass gelegentliche Langeweile Kindern gut tue, sehen vor allem Anhänger der AfD kritisch. Für 45 Prozent ihrer Anhänger sind die häuslichen Pflichten wichtiger als spontane Freizeitaktivitäten – das ist mehr als bei allen anderen Parteianhängern.

Die starke Nutzung des Internets und der sozialen Medien lässt in den Augen von 37 Prozent der befragten Eltern ihrem Nachwuchs wenig Zeit für andere Freizeitbeschäftigungen. Je älter die Kinder sind, desto eher stimmten Eltern dieser Aussage zu: 52 Prozent der Eltern von Kindern zwischen 14 und 17 Jahren und 21 Prozent der Eltern von Kindern von sechs bis zehn Jahren beklagen wenig Freizeit neben dem Internet.

Kinderschutzbund rät zur zweckfreien Freizeitgestaltung

Drei Viertel der Eltern haben den Eindruck, dass neben der Schule und organisierten Hobbys wie in Sportvereinen genug Zeit für eigene Interessen bleibt. Ein Viertel ist jedoch der Meinung, dass das bei einer durchschnittlichen Woche während der Schulzeit nicht möglich ist. Je älter die Kinder der Befragten sind, desto eher neigen sie zu dieser Aussage.

„Leider stellen wir immer wieder fest, dass die positive Haltung der Eltern gegenüber einer selbstbestimmten und zweckfreien Freizeitgestaltung nicht im Einklang mit dem durchorganisierten Alltag vieler Kinder steht“, erklärte Holger Hofmann, Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbunds. Für die Studie wurden im April und Mai 1003 Eltern von sechs- bis 17-jährigen Kindern befragt. Die Fehlertoleranz liegt zwischen minus drei und plus drei Prozentpunkten.

ald/cfm


 

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