Finn oder Marie, Allegra oder Kjell, Kevin oder Cindy? Die Wahl des passenden Vornamens ist für die meisten Eltern eine knifflige Angelegenheit, denn schließlich begleitet der Name den angekündigten Erdenbürger sein Leben lang. Nicht umsonst heißt es auch: Nomen est Omen, den Namen immer auch eine Bedeutung zugeschrieben. Natürlich möchte jeder seinem Kind eine große Portion Glück und Erfolg mitgeben, womit man am liebsten beim Namen beginnt. Doch wie findet man den passenden Vornamen?

Manche Eltern wissen sogar schon lange vor der Schwangerschaft, wie sie ihr Kind einmal nennen wollen, andere können sich einfach schwer entscheiden. In den meisten Fällen lässt man sich das Geschlecht des Kindes schon während der Schwangerschaft mitteilen und sucht dann auch schon nach einem passenden Namen. Doch wie schnell muss man sich eigentlich entschieden haben?

Wann muss man spätestens den Vornamen des Kindes mitteilen?

Es ist nicht unbedingt notwendig, vor oder unmittelbar mit der Geburt einen Vornamen ausgesucht zu haben. Eltern können ihren Nachwuchs zunächst einmal kennenlernen und sein Temperament erkunden. Zwar muss der kleine Fratz innerhalb einer Woche beim Standesamt angemeldet werden, den endgültigen Vornamen kann man jedoch auch noch einen Monat nach der Geburt mitteilen. Dann ist er allerdings verbindlich!

Voll im Trend oder außergewöhnlich?

Es lassen sich zwei grundsätzliche Ansprüche an den Vornamen des Kindes unterscheiden: Entweder soll er im Trend liegen und damit besonders gefällig sein, oder man wählt einen sehr außergewöhnlichen Namen. Beides kann unterschiedliche Effekte mit sich bringen. Hat das Kind einen trendigen Namen, dann gibt es viele andere „Bens“ oder „Emmas“ in seiner Kindergartengruppe und Schulklasse. Ist der Name jedoch selten wie „Xenia“ oder „Kjell“, dann wird das Kind garantiert immer wieder gebeten, den Namen zu wiederholen oder sogar zu buchstabieren. Für ein schüchternes Kind kann das durchaus belastend sein.

Viele Eltern lassen sich deshalb von den Namenstrends inspirieren – das waren die beliebtesten Vornamen 2019:

Welchen Namen dieser kleine Spatz wohl in 2019 bekommen hätte? (Bild: © EVERST / Adobe Stock)

Die Top 10 der Vornamen 2019

Beliebteste Mädchennamen

  1. Emilia (+3)
  2. Emma (-1)
  3. Hannah / Hanna
  4. Mia (-2)
  5. Sofia / Sophia
  6. Lina
  7. Mila
  8. Lea / Leah
  9. Ella
  10. Marie (+2)

Beliebteste Jungennamen

  1. Ben
  2. Leon
  3. Paul
  4. Finn / Fynn (+4)
  5. Jonas (-1)
  6. Luis / Louis (+5)
  7. Noah (-1)
  8. Felix (-3)
  9. Elias (-2)
  10. Henry / Henri

Quelle: babelli.de

Was sollte man bei der Wahl des Namens beachten?

Steht der Name auch einem Erwachsenen zu Gesicht?

Auch wenn das Baby zunächst einmal klein und supersüß ist, wird es doch irgendwann ein erwachsener Mensch sein, der sich im Arbeitsleben bewähren muss. Ein verniedlichender Name könnte das etwas schwerer machen. Tatsächlich hat die Namensforschung herausgefunden, dass Vornamen beim Gegenüber immer bestimmte Assoziationen wecken. Einen „Felix“ hält man für frech, einen „Cornelius“ für besonders schlau. Unbewusst hat man auch gleich eine Vorstellung, ob das Kind aus einem wohlhabenden Elternhaus kommt, oder eben nicht.

Diese fünf Kulleraugenpaare scheinen geduldig – aber gespannt – auf ihre Namen zu warten. (Bild: © Aliaksei Lasevich / Adobe Stock)

Passen Vorname und Nachname zusammen?

Eine „Sabine Müller“ ruft andere Bilder hervor als ein „Cornelius Voigt“. Dennoch handelt es sich um harmonische Kombinationen von Vor- und Zunamen. Manchmal ergibt sich aus der Kombination Stoff für Hänseleien, etwa bei einer „Marta Pfahl“ (wie Marterpfahl) oder einem „Theo Rist“ (wie Terrorist). Hat man einen typisch deutschen Nachnamen, sollte man beim Vornamen nicht unbedingt auf Anglizismen setzen. Ein kurzer und knackiger Nachname verlangt nach einem ebensolchen Vornamen. Man sollte auf eine gewisse Harmonie und angenehme Sprachmelodie achten.

Vor und Nachnamen sollten nicht unbedingt mit dem gleichen Buchstaben beginnen und sich auch in der Länge unterscheiden. Sprachlich ungünstig ist es zudem, wenn der Vorname auf einen Vokal endet und der Nachname mit einem Vokal beginnt. Das kann die korrekte Aussprache erschweren und lässt die Zunge stolpern.

Welchen Nachnamen bekommt das Kind eigentlich?

Bei unverheirateten Eltern, welche die gemeinsame Sorge beantragen, kann das Kind entweder den Namen der Mutter oder des Vaters bekommen. Hat die Mutter das alleinige Sorgerecht, bekommt das Baby automatisch ihren Namen. Ähnliches gilt für verheiratete Paare, die jeweils ihren eigenen Namen behalten haben: Hier haben Eltern die Wahl, welchen Namen das Kind bekommen soll. Schlangenhafte Nachnamen aus zwei Doppelnamen sind jedoch nicht erlaubt. Kommen weitere Kinder zur Welt, bekommen diese automatisch den Nachnamen, der auch für das erste Kind gewählt wurde. Heiratet ein Partner nach einer Trennung neu und nimmt den Namen des Ehepartners an, kann das Kind ebenfalls diesen Namen bekommen. Allerdings müssen der Ex-Partner und das Kind selbst zustimmen, wenn es älter als fünf Jahre ist.

Geschlechtsneutrale Namen: voll im Trend?

Es gibt einige Vornamen, bei denen nicht ersichtlich ist, ob es sich beim Träger um eine weibliche oder männliche Person handelt, zum Beispiel Alex, Bente, Chris, Jamie oder Mika. Bis zum Jahr 2008, als das Bundesverfassungsgericht über einen entsprechenden Fall entschied, mussten Eltern zu einem geschlechtsneutralen Namen einen zusätzlichen vergeben, aus dem das Geschlecht ersichtlich war. Das ist heute nicht mehr der Fall.

Diese Entscheidung war richtungsweisend, denn in Zeiten, in denen die Geschlechter und ihre Rollen verschwimmen, ist auch Platz für Menschen, die nicht eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen sind oder später merken, dass sie mit der Zuordnung nicht mehr glücklich sind. Stellenanzeigen sind heute meistens für m/w/d ausgeschrieben, das Geschlecht „divers“ ist also inkludiert und zieht in den alltäglichen Sprachgebrauch ein. Mit einem neutralen Namen lassen Eltern ihrem Kind den Raum, sich später einmal anders entscheiden zu können.

Jahreszeit und Vornamen

Sind Winterkinder und Sommerkinder eigentlich verschieden? Forscher haben herausgefunden, dass Sommerkinder oft etwas größer sind als im Winter Geborene, was damit zusammenhängt, dass die Mutter in der Schwangerschaft mehr Vitamin D bilden konnten. Auch kommen im Sommer geborene Kinder später in die Pubertät, was sich positiv auf die Gesundheit auswirken kann. Eine späte Pubertät senkt das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen leicht. Diese Unterschiede sind jedoch marginal und werden durch individuelle Lebensentscheidungen der Heranwachsenden schnell relativiert.

Was jedoch einen Unterschied ausmachen kann, ist die Wahl des Namens, der durchaus eng mit der Jahreszeit zur Geburt zusammenhängen kann. So ist „Skadi“ (die nordische Wintergöttin) ein echter Wintername, während „Marisol“ sehr nach Sommer und Sonne klingt, während Blumennamen wie „Lilli“ oder „Jasmin“ an den Frühling erinnern.

Fazit: Der Vorname des Kindes will gut überlegt sein, denn sowohl Eltern als auch Kind müssen für immer glücklich damit sein. Generell sollte man sich bei der Wahl am eigenen Geschmack orientieren und nicht einen ungeliebten Namen wählen, nur weil er gerade in Mode ist.


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