Die Breizeit ist vorbei – Babys finden es richtig spannend, endlich gemeinsam mit den Großen essen zu dürfen. Gemeinsam am Tisch sitzen, essen und Zeit verbringen. Doch dort gibt es eine Menge zu lernen. 

Ist die Breizeit vorbei müssen Babys so einiges lernen. Wo sie bis jetzt eine Sonderstellung beim essen genossen haben, und sich bei ihrer Mahlzeit alles nur um sie drehte, ist das Essen jetzt eine gemeinschaftliche Aktion. Alle Familienmitglieder sitzen nun zusammen und essen. Eine neue, aufregende Situation für jedes Baby.

Familientisch: Gemeinsames Essen als Ritual

Der Familientisch kann und sollte nun aktiv zelebriert werden. Alle gemeinsam am großen Tisch. Das gemeinsame Essen sollte zu einem festen Ritual werden. Etwas, das ihm Sicherheit gibt. Das Baby lernt seinen Platz an der großen Tafel kennen und spürt, dass es zur Gemeinschaft gehört. Alle störenden Ablenkungen. wie Fernsehen, Laptop, Zeitung, Telefonate und SMS. sind am Familientisch tabu.

Vorbei mit dem Extra-Brei-Menü

Ab sofort gibt es keine Ernährungs-Extrawürste mehr fürs Baby. Wenn die Kinder das erste Mal im Alter von zehn bis zwölf Monaten am Familientisch Platz nehmen, können sie fast alles mitessen –  milden Käse und Wurst, frisches Gemüse, Brot und natürlich auch Fleisch. Endlich dürfen sie herzhaft zugreifen, statt das Extra-Brei-Menü aufgetischt zu bekommen. Doch gebt eurem Baby Zeit, sich in dieser neuen Welt zurecht zu finden. Es kennt sein Essen bisher nur in Breiform und muss erst einmal lernen, dass Brokkoli auch als Röschen schmeckt.

Beim Essen Vorbild sein

Kinder brauchen Vorbilder. Das gilt auch beim Essen. Wenn bei den gemeinsamen Mahlzeiten gesunde Speisen auf dem Tisch stehen, solltet ihr nicht nur eure Kinder ermutigen diese zu probieren, sondern als gutes Vorbild voran gehen, und ebenfalls alles kosten. Damit habt ihr einen wichtigen Grundstein zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung eurer Kinder gelegt.

Eine wichtige Grundregel sollte es in jeder Familie, und somit auch für das neue Familienmitglied am Familientisch geben: Gegessen wird nur am Tisch. Eine einfache Regel, die früh beigebracht, in der Zukunft viele Diskussionen erspart. So werden alle fünf festen Mahlzeiten am Tag (drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten) am Tisch eingenommen.  Darauf sollte sich das Essen auch beschränken. Denn wenn das Baby den ganzen Tag mit Keksen in der Hand unterwegs ist, wird es zu den eigentlichen Mahlzeiten keinen Hunger haben.

Das Tischmanieren ABC

Der kleine Tischneuling lernt nun auch zum ersten Mal Tischmanieren kennen. Dabei ist das Alter des Kindes ein wichtiger Anhaltspunkt, welche Manieren es schon beherrschen kann und sollte. Das gemeinsame Beginnen der Mahlzeit sollte von Anfang an eine beständige Regel sein. Gegessen wird, wenn alle am Tisch sitzen. Wann es endet, hängt dagegen vom Alter des Kindes ab. Kleine Tischneulinge können nicht „stundenlang“ still sitzen. Als Faustregel gilt: Babys und Kleinkinder dürfen aufstehen, wenn sie mit dem Essen fertig sind. Ab dem Kindergartenalter hingegen darf man schon etwas Geduld erwarten.

Nun ist auch der Moment gekommen, in dem Kinder das erste Mal alleine mit dem echten Besteck essen. Natürlich muss der richtige Löffelschwung erst einmal geübt werden. Den Platz des kleinen Ritters an der Tafelrunde jetzt zur kleckerfreien Zone zu erklären, hat nun wenig Sinn. Doch absichtlich das Essen durch das Esszimmer katapultieren? Nein – doch wie können Eltern das alles am besten verwirklichen? Ganz einfach: Indem sie ein gutes Vorbild sind, klare Regeln vorgeben, sich freundlich, aber konsequent durchsetzten und die kleinen Tischneulinge mit Liebe und Geduld auf ihrem Weg begleiten. Manieren müssen eben erst erlernt werden, aber sollten schon bei den Kleinsten ein Muss sein.

Rezept-Tipp: Gebackene Pfirsiche oder eine leckere Bananen-Apfel-Orangen-Creme.

Über den Autor

Jacqueline Esser

Jacqueline ist staatlich anerkannte Erzieherin, mit der Qualifikation zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Diese Qualifikation hat sie bereits lange, bevor es als Pflichtteil zur Ausbildung aufgenommen wurde, freiwillig absolviert. Neben ihrer beruflichen Laufbahn, ist sie Mutter von zwei Kindern. Einem Mädchen und einem Jungen. Ihre Erfahrungen schöpft sie also aus beruflichen sowie privaten Herausforderungen. Dies macht sie zu einer perfekten Autorin für unser Magazin.

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