Start Ernährung Bundesamt für Risikobewertung findet kein Glyphosat in Muttermilch

Bundesamt für Risikobewertung findet kein Glyphosat in Muttermilch

Neue Untersuchung von 114 Proben

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Muttermilch - Junge Mutter gibt Baby die Brust
Der gute Ruf der Muttermilch scheint gerettet: kein Glyphosat nachweisbar.
Halle (AFP) – In Muttermilch sind nach Erkenntnissen des Bundesamtes für Risikobewertung (BfR) keine Rückstände des umstrittenen Pflanzengifts Glyphosat nachweisbar. Zu diesem Ergebnis seien Untersuchungen in zwei Laboren gekommen, die das Amt in Auftrag gegeben habe, sagte BfR-Vizepräsident Reiner Wittkowski am Donnerstag dem Sender MDR Info. Der Grünen-Politiker Harald Ebner forderte weitere Tests.

Glyphosat ist weltweit einer der am meisten eingesetzten Wirkstoffe in Unkrautvernichtungsmitteln und das am weitesten verbreitete Pflanzengift. Das Mittel ist seit vielen Jahren umstritten. Umweltschützer halten den Stoff für hochgiftig und fordern seit Jahren ein Verbot von Glyphosat. Während die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation WHO das Mittel als „wahrscheinlich krebserregend“ einstuft, kamen Aufsichtsbehörden in Deutschland und der EU zum gegenteiligen Schluss.

Bei den Untersuchungen im Auftrag des BfR wurden laut Wittkowski 114 Proben überprüft und zwei neue Methoden angewendet. Es habe nachgewiesen werden können, dass in der Muttermilch zumindest bis zu einer Konzentration von einem Milliardstel Gramm „nichts zu finden ist“. Rückstände unter diesem Wert seien ohnehin gesundheitlich völlig unbedenklich, sagte Wittkowski.

Im vergangenen Juni hatte eine stichprobenartige Untersuchung im Auftrag der Grünen in 16 überprüften Muttermilch-Proben Rückstände des Unkrautvernichtungsmittels nachgewiesen. Die Konzentration lag den Angaben zufolge über der für Trinkwasser zugelassenen Höchstgrenze. Die Proben stammten von Müttern, die alle keine Anwenderinnen von Glyphosat waren – also beispielsweise keine Landwirtinnen.

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BfR-Vizechef Wittkowski kritisierte auf MDR Info, dass nie Details zu den damals angewendeten Methoden veröffentlicht worden seien. Das Bundesamt für Risikobewertung habe die Ergebnisse deshalb angezweifelt.

Grünen-Politiker Ebner begrüßte, dass sich das BfR des Themas Glyphosat „jetzt so ernsthaft angenommen hat“. Untersuchungen wie die der Muttermilch müssten „weiter verfeinert und ausgebaut werden“. Schließlich brauche die Politik für ihre Entscheidungen zuverlässige wissenschaftliche Ergebnisse.

„Wir wissen noch viel zu wenig darüber, wie viele und welche Pestizidrückstände auf welchen Wegen in unsere Körper gelangen und was sie dort bewirken“, mahnte Ebner. Für eine generelle Entwarnung zum Thema Glyphosat im Körper gebe es „keinen Anlass“.

cne/pw

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