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Corona Lockdown Deutschland

Der Weihnachts-Lockdown ist hausgemacht


Es gibt diese Momente im Leben, in denen man einfach nicht mit seiner Meinung hinterm Berg halten kann. Und man weiß, dass man sich damit nicht nur Freunde macht. Sei’s drum.

Das Jahr 2020 ist ohne jeden Zweifel ein Jahr zum Vergessen. Wer mir genau heute vor einem Jahr gesagt hätte, dass wir das Weihnachtsfest im kommenden Jahr in einem pandemischen Lockdown verbringen würden, den hätte ich glatt für verrückt erklärt. Aus politischer Sicht ein enormer Brocken, den man erst einmal schlucken muss. Wer dann allerdings 2020 mit all seinen besonderen “Blüten” erlebt hat, den wundert dann auch ein (bereits zweiter) Lockdown am Jahresende nicht mehr. Allerdings – Vorsicht SPOILER – gebe ich die Schuld wahrlich nicht zu allererst der Politik. Denn an diesem Dilemma hat ein ganzes Land konsequent und fleißig mitgearbeitet.

Der zweite Lockdown wird hart

Eines ist sicher, der erste Lockdown war hart – der zweite wird unter Umständen noch härter. Es wird viele Elternpaare geben, welche bereits im April alle Kranktage, die sie auf ihre Kinder nehmen konnten, und zusätzlich einen guten Teil ihres Jahresurlaubes, aufgebraucht haben. Andere hat es vielleicht noch dramatischer getroffen – vielleicht waren Job und Kinderbetreuung spätestens ab der Home-Schooling-Phase schon nicht mehr vereinbar. Uns selber hat es da vergleichsweise sanft gestupst. Aber die Wenigsten haben die Möglichkeit, beinahe durchgehend im Home-Office zu arbeiten. Und auch das ist mit unausgelasteten Lockdown-Kids nicht immer ein Zuckerschlecken. Aber seinen Job verliert man nicht. Manchmal vielleicht die Nerven – Groß wie Klein. Aber andere Familien haben da ganz andere Sorgen. Und das ist furchtbar ..

Querdenker auf Steroiden

In den sozialen Medien bekommt man derweil einen recht aufdringlichen Eindruck davon, dass unser schönes Land in vier konkurrierende Lager gespalten ist. Da gibt es die sogenannten Aluhüte, die Regel-Anarchisten, die Realisten – und (leider) die große schweigende Mehrheit. Erst wenn man Umfragen zu Hilfe nimmt, kann man grob einschätzen, wie sich diese Gruppen prozentual auf die Gesellschaft verteilen. Denn es ist wohl so, wie es immer ist: die lautesten sind (glücklicherweise) nicht die Mehrheit.

Aber sie kommen mit einer Wucht daher, dass einem schon beinahe schwindelig wird. Ich durfte mir in den vergangenen Monaten (privat) Sachen im Netz an den Kopf werfen lassen, bei dem es mir eigentlich die Schuhe auszieht. Von Menschen, welche nicht im Ansatz in der Lage waren, auch nur EINEN Satz – inklusive Punkt und Komma – geradeaus zu schreiben. Und von eloquenten Schwätzern, die sich wahrscheinlich zu Hause oder im Job seit Jahren missverstanden und unterbewertet fühlen.

All diese Leute sind übrigens “Bundesvirologen” und patriotische Systemkritiker. Ich hingegen bin der schmierige und linksversiffte (Achtung Hashtag) #SYSTEMLING. Da wird gnadenlos alles und Jeder niedergemäht, der in all dem Chaos zumindest ein wenig versucht, noch den Kopf gerade zu halten. Nicht zuletzt nur für sich. Sondern auch für seine Familie, seine Kinder.

Mitunter würde man schon mal gerne durch den Bildschirm springen und an der Gegenseite kräftig rütteln. Aber dann besinnt man sich doch noch auf das, was man im Leben darstellen möchte, auf den, der man sein möchte. Aber auf jeden Fall auf den, der man NICHT sein möchte. In meinem Fall krallen sich dann immer mal kurz die Fingernägel in die Tischplatte. Dann geht’s wieder – ein wenig.

Coronaleugner ist offenbar das neue “Ich bin kein Nazi, aber …”

Nun heißt es ja immer, dass Hunde, die Bellen, nicht beißen. Aber es fällt mir bei all den Diskussionen schon schwer zu glauben, dass es “nur” verbale Provokationen sind. Wer im Netz offen zugibt, dass ihm/ihr die Lockdown-Regeln (und alles vorher und nachher) am Gesäß vorbei gehen, der wird es wohl auch genau so handhaben. Von etwas anderem kann man vor dem Bildschirm ja auch nicht ausgehen.

Man gibt also offen zu, dass man sich einen Scheiß um diese Regeln schert, und poltert im gleichen Atemzug gegen eine angeblich autokratische Regierung, die eigentlich nur einen Vorwand sucht, um uns zu kontrollieren und einzusperren. Ach Ja – und gegen Systemlinge! Also gegen die paar Leute, die sich noch trauen, ihren Finger gegen die Wucht in den Wind zu halten. Und – gegen eine (große) schweigende Mehrheit.

Es ist vom Tonus der selbe Lärm, der zur Zeit der Flüchtlingskrise gemacht wurde. Es werden auch die selben Begrifflichkeiten benutzt. Die selben Beleidigungen. Dann ging es gegen Greta und unsere FridayForFuture Kids. Gegen die Energiewende. Und nun “gegen” Corona. Und morgen? Soll das immer so weiter gehen? Wollen wir nicht irgendwann mal Kuchen essen? Und die Sonne genießen? Hört das IRGENDWANN mal auf?

Kinder haben das mit Corona einfach drauf!

Noch ein alter weiser Spruch: Es heißt, Kinder retten die Welt!

Ich weiß nicht, wer diesen Satz ursprünglich rausgehauen hat. Aber er (oder sie) hat schon unzählige Male recht behalten. Kinder sind unglaublich offen und ehrlich, wenn es um soziale Themen geht. Sie haben meist ein Feingefühl, das vielen Erwachsenen im Laufe des Lebens verloren gegangen ist. Und ich darf sagen, dass unsere Kinder, wenn es um Corona und Schutzmaßnahmen geht, nochmal wesentlich krasser und ehrlicher sind, als ich mich das gegenüber Verwandten und Freunden trauen würde. Ich bin ebenfalls recht konsequent – aber immer irgendwie diplomatisch. Unsere Kids – nicht! 🙂

Jetzt könnte man meinen, der Typ hat seine Kinder ganz sicher ordentlich gebrainwashed. Und natürlich achten wir sehr darauf, dass sie sich an die AHA-Regeln halten, weil wir sie für sinnvoll und wichtig halten. Aber alles darüber hinaus, kommt aus ihnen selbst. Partizipation zahlt sich eben aus. Die Beiden wissen, was sie wollen – und was nicht. Aber: es sind eben nicht NUR die Beiden. Ihr gesamtes gleichaltriges Umfeld steht fest mit beiden Füßen auf dem Boden, wenn es um die Einhaltung der Coronaregeln geht. Und damit nehmen sie es leichter – und haben es besser drauf, als viele Erwachsene.

Dürften Kinder schon hinaus in die Welt der sozialen Medien, könnten sich die Aluhüte und die patriotischen Systemkritiker warm anziehen. Das steht fest! Sie wäre nicht Teil der großen schweigenden Mehrheit. Sie würden diese beleidigenden und a-sozialen Gestalten zurechtstutzen und argumentativ niedermähen.

Aber – sie sind nun mal nicht da. Und das hat (zu ihrem eigenen Schutz) gute Gründe. Aber wir sind da. Und indem wir Schweigen, lassen wir auch ein Stück weit die Welt unserer Kinder, jeden Tag ein wenig kühler werden. Sie wissen zwar nur wenig von dieser unsozialen Parallelwelt in Netzwerken, wie Facebook, in denen radikale Vollpfosten ihr komplettes Weltbild bizarr verzerren. Aber sie haben in diesem Jahr schon genügend direkte Einschränkungen ertragen müssen, um zu wissen, dass es ernst ist. Für sie ist es Grund genug, um mit ihrem eigenen Verhalten ein Teil der Lösung zu sein. Und das ist einfach großartig!

Wenn wir es machen, wie die Kinder, ist in einem halben Jahr Ruhe

Seien wir doch alle (noch) ein wenig mehr großartig! Lasst uns bitte damit aufhören, all diesen Hass auf ALLES, schweigend zu ertragen. Denn es geht schon lange nicht mehr NUR um #Corona. Und das sollte uns nochmal viel mehr Respekt einflößen, als es die Pandemie eh schon tut. Überwindet das Schweigen – und lasst gerne euren Frust da ab, wo er hingehört. Und zwar bei den vernunftbefreiten Menschen, die sich willentlich nicht an Schutzmaßnahmen zum Wohle Aller beteiligen wollen. An die, die den jetzigen Lockdown zu einem guten Stück aktiv mitzuverantworten haben, weil sie schon seit Monaten einen Scheiß darauf geben, ob ihr und eure Familien sich bei ihnen anstecken könnten.

Aber bitte nicht bei den Menschen, die einfach nur gefrustet sind, weil gerade alles Kacke ist. Denn das ist es ja! Das Jahr hat uns allen unglaubliches abverlangt. Aber das muss uns nicht zwingend zu Systemgegnern machen. Oder – wir müssen deren Mist nicht gleich zwingend unreflektiert nachplappern. Nichts von dem macht Sinn. Denn kein Virus interessiert sich für IRGENDEIN System. Der Lockdown ist dem Virus egal. Aber die gesellschaftlichen Folgen, die durch die Wut von Aluhüten im Schafspelz in unsere Mitte getragen werden, sollten uns kümmern.

VERNUNFT MUSS LAUTER SEIN!


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